Vorstandsumbau
DWS-Chef Klaus Kaldemorgen schmeißt hin

Deutschlands größte Fondsgesellschaft DWS krempelt ihren Vorstand um. Klaus Kaldemorgen, Vorstandssprecher und Aushängeschild des Unternehmens, verlässt das Leitungsgremium und kümmert sich künftig ausschließlich um das Fondsmanagement. Auch Geschäftsführer Ingo Gefeke scheidet aus. Der neue starke Mann der DWS kommt von der Konzernmutter Deutsche Bank.
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HB/ina FRANKFURT. Die Fondsgesellschaft DWS erhält eine komplett neue Führungsriege. Der bisherige Sprecher der Geschäftsführung Klaus Kaldemorgen gibt sein Amt zum Jahresbeginn auf und wird sich künftig ausschließlich auf das Fondsmanagement konzentrieren, wie die Deutsche-Bank-Tochter am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Neuer Chef werde Wolfgang Matis, zuletzt bei der Deutschen Bank der Leiter Global Markets Deutschland.

Asoka Wöhrmann bleibt in der Geschäftsführung und wird künftig das Geschäft mit Aktien, Anleihen und Multi-Asset verantworten. Ingo Gefeke, der bisher die wichtigen Bereiche Vertrieb und Produktmanagement verantwortet, scheidet dagegen ebenfalls aus der Geschäftsführung aus und übernimmt neue Aufgaben bei der ebenfalls zur Deutschen Bank gehörenden Deutschen Asset Management in New York. Axel Schwarzer verlässt die DWS, „um neuen Aufgaben außerhalb des Unternehmens nachzugehen“, hieß es.

Kaldemorgen räumt nicht nur seinen Platz als Sprecher der Geschäftsführung der DWS Deutschland. Er wird außerdem nicht mehr zuständig sein für das globale Aktienmanagement der gesamten Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank.

Kaldemorgen, der zu den renommiertesten Aktienfondsmanagern Deutschlands gehört, hatte die zusätzlichen Verantwortlichkeiten vor vier Jahren übernommen. Doch die Mehrfachrolle machte ihm zu schaffen: „Der Spagat zwischen administrativen Aufgaben und Fondsmanagement war nicht mehr optimal“, sagte er dem Handelsblatt.

Künftig will sich die DWS-Ikone wieder auf das Steuern von Fonds konzentrieren und außerdem Hedge-Fonds nach geltendem EU-Fondsrecht auflegen. Zu seinen wichtigsten Produkten zählen bisher die viele Milliarden Euro schweren Aktien-Flaggschiffe Akkumula und der DWS Vermögensbildungsfonds I. Im Jahr 2010 lieferten beide Fonds miserable Ergebnisse ab. Während der Dax bis Ende November rund zwölf Prozent zulegte, schaffte der DWS Vermögensbildungsfonds I nur ein Plus von gut drei Prozent, der Akkumula lag sogar leicht im Minus.

Die Rückzugs-Entscheidung des DWS-Mannes hat weit reichende Folgen. Kevin Parker, oberster Leiter der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, nutzt die Gelegenheit für den Wechsel zu einer angelsächsischen Führungsstruktur. Matis wird nicht nur Sprecher DWS Deutschland sein, sondern globaler Leiter der DWS. Diese Funktion als Chief Executive Officer (CEO) gibt es bisher nicht.

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  • Jaja, der Kapitän und sein Flagg(Wrack-)schiff - Es war längst überfällig, dass Herr Kaldemorgen das Weite sucht!! Wer Anfang 2001 in den DWS Vermögensbildungsfonds i investiert hat, steht noch heute mit mehr als 20% Minus da, die inflation gar nicht eingerechnet. Es wundert einen nur, dass es da nicht schon viel eher Konsequenzen gab.

  • Wohl war: Von der "Performance" des DWS Vermögensbildungsfonds i kann man dieses Jahr nur enttäuscht sein!

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