Vorteile gegenüber anderen Anlageformen
Die Nachfrage nach ETFs wächst rasant

Der Markt für Exchange Traded Funds (ETFs) boomt - vor allem in Europa. Allein 2006 wuchsen die Assets under Management auf dem europäischen ETF-Markt um 63 Prozent auf 68 Milliarden Euro.

HB FRANKFURT. Der Erfolg dieser börsengehandelten Investmentfonds basiert auf den Vorteilen gegenüber herkömmlichen Fonds, aber auch gegenüber Zertifikaten. ETFs sind passiv gemanagte Investmentfonds, die die Performance eines bestimmten Referenzindex - wie zum Beispiel des Dax - nahezu eins zu eins abbilden. Dieser Punkt gewinnt vor allem bei Großanlegern an Bedeutung, da die Leistung von aktiven Vermögensverwaltern im Zeitablauf mitunter deutlich schwankt und es vor allem auf längere Sicht nur wenige schaffen, dauerhaft die Wertentwicklung der entsprechenden Benchmark zu übertreffen.

Bei einem ETF erzielt der Anleger hingegen immer ziemlich genau die Indexrendite, ohne dass Kosten das Anlageergebnis zu sehr schmälern - denn ETFs werden ohne Ausgabeaufschlag gehandelt, und die Gebühren liegen deutlich unter den Kosten aktiv gemanagter Investmentfonds. Mindestens ein, meist aber mehrere Market Maker sorgen bei einem ETF zudem für ausreichende Liquidität. So kann der Anleger Anteile praktisch jederzeit handeln und auf aktuelle Ereignisse reagieren. Professionelle Investoren nutzen dabei die Möglichkeit, ETFs auch für kombinierte Kassa- und Terminmarktstrategien einsetzen sowie leer verkaufen können.

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Solche Geschäfte sind bei einem Fonds ohne Börsenhandel nicht möglich - unter anderem, weil diese nur einmal pro Tag ge- oder verkauft werden können. Darüber hinaus kennt der Anleger den Abrechnungskurs bei Ordererteilung nicht. Zwar werden mittlerweile auch eine Reihe von aktiv gemanagten Fonds an der Börse gehandelt. Doch hierbei besteht die Schwierigkeit, dass der potenzielle Käufer nicht abschätzen kann, wie stark der aktuelle Handelspreis vom tatsächlichen Netto-Inventarwert des Fonds abweicht. Der Handelskurs eines ETF bewegt sich hingegen stets in unmittelbarer Nähe zum jeweiligen Basisindex, dessen aktuellen Stand der Anleger problemlos verfolgen kann.

Zugegeben: Diese Vorteile bietet ein Index-Zertifikat auch. Doch anders als bei diesen Papieren ist das Anlagevermögen bei einem ETF gesetzlich geschützt. Sie stellen ein Sondervermögen dar, auf das weder die Fondsgesellschaft noch deren Gläubiger Zugriff haben - es ist somit auch im Falle einer Insolvenz sicher. Im Gegensatz dazu sind Zertifikate Schuldverschreibungen, die ein entsprechendes Emittentenrisiko beinhalten.

Thomas Meyer zu Drewer leitet das ETF-Geschäft von Lyxor AM in Deutschland und Österreich.

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