Vorwurf der Steuerhinterziehung
Filmfonds-Anlegern droht ein teures Nachspiel

Die Finanzverwaltung bewertet manche Fondsmodelle von Filmfonds-Anbieter Hannover Leasing negativ und spricht von Steuerhinterziehung. Den Anlegern drohen hohe Steuernachzahlungen.

DüsseldorfDer Zoff zwischen Filmfondsinitiatoren und Finanzverwaltung spitzt sich zu. Bei acht der insgesamt 14 Filmfonds von Hannover Leasing (HL) vermuten die Beamten Steuerhinterziehung. Betroffen sind 7500 Anleger, die knapp eine Milliarde Euro in diese Fonds gesteckt haben. Rund 2,3 Milliarden Euro sammelten die Münchener für Filmfonds bei Besserverdienenden ein und waren damit einer der größten Anbieter dieses deutschen Steuerstundungsmodells.

In einem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, informiert HL die Anleger des Fonds „First Twenty Million“ darüber, dass sie in den Augen der Finanzverwaltung in eine „verdeckte Festgeldanlage“ investiert haben und dieses Geschäftsmodell nur zum Schein mit der Filmherstellung verknüpft worden sei. Anbieter HL will sich gerichtlich gegen den Vorwurf der Steuerhinterziehung wehren. Falls sich die Finanzverwaltung durchsetzt, wäre der gesamte anfängliche Steuervorteil verloren. Den Anlegern drohen immense Steuernachzahlungen.

Grund dieser neuerlichen Vorwürfe ist eine bei diesem und sieben weiteren Fonds gegebene Platzierungsgarantie der HL gegenüber den Studios, die den Film drehten. Mit der Garantie verspricht HL, fehlende Beträge nachzuschießen, falls es nicht gelingt, das geplante Investitionskapital in vollem Umfang einzuwerben.

Diese Garantie ist eine Besonderheit bei leasingähnlichen Fonds mit Rückzahlungsgarantie, wie sie auch die HL-Wettbewerber KGAL und LHI aufgelegt haben. Der Anleger wird dabei Kommanditist in einer Kommanditgesellschaft und haftet somit nur mit seiner Einlage. Zahlte er 50.000 Euro ein, bekam er im Investitionsjahr eine Verlustzuweisung über 50.000 Euro, um die sich sein zu versteuerndes Einkommen verminderte.

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Filmfonds-Anlegern droht ein teures Nachspiel

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Spitzenverdiener profitieren von hohen Verlustzuweisungen

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