Wachsender Markt
Indexfonds locken Verwalter

So viel Bewegung gab es am boomenden Markt für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in Europa noch nie. Die Dekabank startet in Kürze mit eigenen Produkten, Marktführer Barclays Global Investors (BGI) wird den deutschen ETF-Pionier Indexchange stärker integrieren - und dabei den Markennamen "Indexchange" aufgeben.

FRANKFURT. Und das zu einer Zeit, in der der Newcomer Deutsche Bank äußerst offensiv seine neuen Indexfonds vertreibt und damit jetzt die Vermögensmarke von zwei Mrd. Euro überschritten hat. Nun dringt auch die Bank ABN Amro mit Nischenprodukten auf den ausgesprochenen Wachstumsmarkt.

Der europäische ETF-Markt ist erst sieben Jahre alt. In dieser kurzen Zeit sammelten 31 Anbieter mit 389 Produkten insgesamt knapp 84 Mrd. Euro ein (siehe "Ein rasant wachsender Markt"). Deborah Fuhr, Analystin bei Morgan Stanley in London, schätzt: "Bis 2011 wird sich das ETF-Vermögen weltweit auf mehr als zwei Billionen Dollar fast verdreifachen - bei überdurchschnittlichem Wachstum in Europa." Reizvoll aus Investorensicht sind unter anderem die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Produkte, der schnelle Zugang zu Märkten sowie der Ausbau der ETF-Angebote, so dass die Fonds jetzt auch als Bausteine in einer umfassenden Vermögensanlage eingesetzt werden können. Thorsten Michalik von der Deutschen Bank wittert aus diesen Gründen eine ganz neue Dynamik: "Das Geschäft entwickelt sich jetzt schneeballartig."

Als nächstes großes Institut wird der Sparkassen-Dienstleister Dekabank einsteigen. "Ja, wir kommen Anfang nächsten Jahres", heißt es auf Nachfrage. Dazu wird eine eigene Anlagegesellschaft gegründet. Der Name Deka soll in den Produktbezeichnungen nicht auftauchen. "Wir sind aktive Manager, wollen uns mit diesen Fonds aber der Nachfrage von institutionellen Investoren stellen", heißt es. Heute wird der Vorstoß offiziell bekannt gegeben.

Anders als der Newcomer Dekabank war die ursprüngliche HVB-Tochter Indexchange als einziges reinrassiges deutsches ETF-Fondshaus schon vor sieben Jahren gestartet; vor einem knappen Jahr wurde es vom ETF-Weltmarktführer Barclays übernommen. "Barclays und Indexchange rücken noch stärker zusammen", sagt ein Insider. Einzelheiten dazu sind in der kommenden Woche zu erwarten. Der Markenname der derzeit 18,5 Mrd. Euro großen Indexchange dürfte aufgegeben werden. Mit einer Zusammenlegung von Produkten rechnen Experten allerdings nicht. Den Blick nach vorn gerichtet, gibt sich Götz Kirchhoff als Sprecher des Indexchange-Vorstandes optimistisch: "Wir werden das Geschäft weiter ausbauen."

Die stärksten Offensivkräfte entwickelt derzeit die Deutsche Bank, die erst zu Jahresbeginn auf den ETF-Markt kam. Unter Führung von Thorsten Michalik lancierte die Großbank erste Fonds. "Wir haben jetzt schon 49 Produkte am Markt, und am Jahresende werden es knapp 100 sein", sagt der Derivate-Spezialist. "Kein anderer Anbieter hat jemals in so kurzer Zeit so viele ETF-Produkte gebracht." Michalik ist überzeugt, dass die eigene Produktpalette den Nerv der institutionellen Investoren trifft: "Schon kurzfristig werden wir die Nummer drei in Europa sein." Derzeit steht die zur Société Générale gehörende Lyxor Asset Management mit 21 Mrd. Euro auf Rang zwei, den dritten Platz hält Axa Investment Managers mit 5,2 Mrd. Euro.

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