Wachstum ist ungebrochen
Hedge-Fonds wenden sich neuen Märkten zu

Hedge-Fonds fällt es schwerer, die hohen Renditeerwartungen der Anleger zu erfüllen. Aus diesem Grund tummeln sich findige Manager dieser Kapitalsammelstellen immer stärker in jungen und noch weitgehend unerschlossenen Märkten, in denen zum Teil erhebliche Ineffizienzen existieren. Bereits heute spielt diese Investorengruppe eine führende Rolle am Markt für Kreditderivate, im Energiehandel und seit kurzem auch im Handel von C02-Emissionsrechten. Denn hier kommt jene Rendite bringende Expertise zum Tragen, die sich die führenden Köpfe der Hedge-Fonds-Zunft in der Vergangenheit angeeignet haben.

Hedge-Fonds gehen diesen Schritt auch deshalb, weil ihre Ergebnisse in der jüngsten Vergangenheit nicht mehr voll an die Leistungen der Vergangenheit herangereicht hat. Dies hat mehrere Ursachen. Institutionelle Investoren haben die Strategien und Methoden der mit großen Freiheiten ausgestatteten Kapitalsammelstellen übernommen. Alexander Ineichen, Experte für Alternativ-Investments bei UBS, spricht davon, dass Fachwissen - das Plus der Hedge-Fonds-Manager - kopiert wurde und die Märkte gegenüber diesem Expertentum dann immun würden.

Ein weiterer Grund für die enttäuschenden Ergebnisse ist darin zu sehen, dass einige Märkte durch die zunehmende Zahl von Anbietern effizienter wurde. Dadurch verringerten sich die Chancen für das Ausnutzen von Ungleichgewichten, in der Fachsprache als Arbitrage bezeichnet. In einigen von Hedge-Fonds favorisierten Strategien wie Convertible Arbitrage - Ausnutzen von Kursungleichgewichten zwischen Aktien und Anleihen der gleichen Emittenten - treffe dies zu, sagt James Mitchell, der bei der Fachorganisation Tremont für das Europa-Geschäft zuständig ist.

Auch das Ausbleiben größerer Kursfluktuationen an den Wertpapiermärkten und der Mangel an deutlich ausgeprägten Kurstrends an anderen Märkten waren eine weitere Ursache für enttäuschende Ergebnisse dieser Anlageklasse, die mit eigenen Fondsprodukten in Deutschland Anfang des Jahres 2004 an den Start gegangen ist.

Der von CSFB Tremont berechnete Gesamtindex ist im Jahr 2004 um 9,64 Prozent und in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter um magere 0,93 Prozent gestiegen. Der Index weist nach Angaben von James Mitchell seit seiner Kreation im Jahr 1994 eine jährliche Wertsteigerung um 10,68 Prozent auf.

Eine große Aufgabe für die junge Branche sieht Alexander Ineichen unter anderem im ständig notwendigen Anpassungsprozess. Hedge-Fonds-Manager müssten ihr Fachwissen ständig überprüfen und an aktuelle Entwicklungen der Märkte anpassen. Nur so seien sie in der Lage, auch künftig über dem Marktdurchschnitt liegende Erträge - in der Fachsprache als Alpha bezeichnet - zu generieren.

Die Zukunft im Asset Management gehöre den Hedge-Fonds, sagen sowohl Ineichen als auch Lars Jäger vom Schweizer Anbieter Partners Group. "Die Branche ist in der Vergangenheit um durchschnittlich 25 Prozent pro Jahr gewachsen", sagt der UBS-Mann. Ende 2004 verwalteten Hedge-Fonds nach Angaben von Mitchell weltweit ein Vermögen von fast 1 000 Mrd. Dollar.

Es sei jedoch übertrieben von einer Hedge-Fonds-Blase zu sprechen, sagt Jäger. Daran, dass allein Fidelity Investments - also eine einzige Fondsgesellschaft - Vermögen von 1 180 Mrd. Dollar verwalte, sei zu erkennen, dass der Einfluss von Hedge-Fonds auf die Wertpapierkurse überschätzt werde, meint Mitchell.

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