Währungsgewinne
Rentenfondsmanager blicken nach Nordeuropa

Island, Norwegen und Schweden locken mit Währungsgewinnen. Anleihen aus Island versprachen in den vergangenen zwei Jahren hohe Renditen. Das machte sich auch Christoph von Bonin, Geschäftsführer der Wiener Constantia Privatbank und Manager des Constantia Special Bond, zu Nutze. Der Fonds belegt Rang fünf der 70 überwiegend in Europa investierenden Rentenfonds.

HAMBURG. Christoph von Bonin investierte zwischenzeitlich bis zu vier Prozent des Fondsvermögens in Papiere, die auf isländische Kronen lauteten. Der Wertentwicklung seines Portfolios kam das zugute: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 70 überwiegend in Europa investierenden Rentenfonds belegt der Constantia Special Bond mit einem Wertzuwachs von 5,62 Prozent Rang fünf.

Inzwischen habe er einen Teil seiner Positionen in Island glattgestellt, erklärt von Bonin. Gleichwohl hält er die isländische Krone, die mit zweistelligen Leitzinsen und hohen Währungsgewinnen lockt, fundamental immer noch für attraktiv. Gleiches gelte für die türkische Lira, die aktuell jedoch recht teuer sei. „Hier warten wir auf Korrekturen, bevor wir neue Positionen aufbauen“, sagt er. Bessere Chancen sieht der Constantia-Manager beim russischen Rubel, der aktuell mit vier Prozent in seinem Portfolio vertreten ist.

Im auf Rang sieben liegenden OP Extra Portfolio von Oppenheim Pramerica spielt dagegen keine der genannten Währungen eine Rolle. „Wir investieren nur in Währungen, die den Status Investment Grade besitzen“, sagt seine Managerin Carmen Daub. Um diese Bedingung zu erfüllen, muss eine Anleihe mindestens die als solide geltende Rating-Note Baa erhalten haben. Das ist bei den Schuldscheinen der isländischen Regierung zwar gegeben, doch die isländische Krone schwankt Daub zu stark im Wert. Innerhalb ihres Anlageuniversums bevorzugt sie derzeit neben norwegischen Kronen unter anderem britische Pfund und ungarische Forint. Dort sorgten hohe Inflationsraten für entsprechend hohe Zinskupons. „Für die gute Bewertung der ungarischen Währung spielt auch die Möglichkeit eine Rolle, dass das Wechselkurs-Band zum Euro gestrichen werden könnte“, ergänzt Constantia-Manager von Bonin. In seinem Fonds machen auf Forint lautende Papiere aktuell fünf Prozent aus.

Steven Gardyn aus dem Manager-Team des viertplatzierten KBC Bonds Euro Candidates sieht dagegen vor allem in Skandinavien gute Aussichten für steigende Wechselkurse. Für Schweden und Norwegen spreche die Kombination aus starkem Wirtschaftswachstum und steigendem Inflationsdruck. Das führe zu steigenden Zinsen und höher bewerteten Währungen. Ähnlich attraktiv findet Gardyn zurzeit polnische Zloty. Allerdings sieht er dort auch Risiken: Sie seien stark vom Klima der Weltwirtschaft abhängig, sagt er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%