Währungszertifikat
Risikobereite setzen auf den Yen

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Zwar beließ die Bank of Japan auf ihrer jüngsten Sitzung den Tagesgeldsatz bei 0,5 Prozent. Doch die Konjunkturdaten aus Japan deuten auf eine Zinsanhebung noch im diesem Sommer hin. Japans Wirtschaft erlebt den längsten Aufschwung seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Märzquartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf Jahresbasis gerechnet um 3,3 Prozent. Seit neun Quartalen geht es bergauf.

Das robuste Wachstum kommt der Bank of Japan nicht ungelegen: Die Währungshüter wollen zur geldpolitischen Normalität zurückkehren und die extrem tiefen Zinssätze ans internationale Niveau anpassen. Die Zentralbanker sehen am Horizont Inflationswolken aufziehen. Ernst genommen werden die Signale aus Tokio in der Finanzwelt allerdings nicht. Der Yen wertet weiter ab, gemessen an einem handelsgewichteten Währungskorb notiert die japanische Währung so tief wie vor dem Währungsabkommen im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels 1985.

Spekulanten haben sich nach Schätzung der Bank of Japan etwa 40 Billionen Yen, umgerechnet 240 Milliarden Euro, in Yen geliehen und in höher verzinsten Währungen geparkt. Vor allem gegenüber dem Euro könnte sich der Trend in den nächsten Wochen beschleunigen. Das wäre der Vorbote einer Trendwende. Anleger sollten sich daher die Eröffnung eines Währungskontos in Yen überlegen. Wer es spekulativ mag, legt sich in den nächsten Wochen Positionen in Euro-Yen-Shortzertifikaten zu.

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