Wagnisfinanzierer
Gründerfonds in Deutschland geht das Geld aus

Die Gründer und die jungen Technologieunternehmen in Deutschland kommen immer schwerer an die Geldtöpfe der Wagnisfinanzierer. Laut dem jüngsten „Venture Capital Panel“ (VC-Panel) sind die Investitionen deutscher Fonds im dritten Quartal eingebrochen und auf einen Tiefpunkt gerutscht.

pk FRANKFURT. Nur 58 Mill. Euro investierten die privaten VC-Gesellschaften laut dem jüngsten „Venture Capital Panel“ (VC-Panel) in „Start-ups“ nach durchschnittlich rund 100 Mill. Euro in den Vorquartalen. Weitere 17 Mill. Euro wurden von staatlichen Initiativen, wie dem High-Tech-Gründerfonds oder der KfW Bankengruppe, aufgebracht.

Dies konnte den Rückgang aber nicht kompensieren. „Die wenigsten Venture-Fonds in Deutschland haben noch frisches Geld für neue Investitionen. Gleichzeitig fällt es den Beteiligungsmanagern schwer, neue Fonds aufzulegen“, sagt Uwe Fleischhauer, Managing Partner bei der Beratungsgesellschaft FHP Private Equity Consultants, die die Erhebung zusammen mit den „vdi Nachrichten“ durchführt.

Die Lage bei den so genannten „Frühphasenfinanzierern“ steht in deutlichem Kontrast zu den Beteiligungsfonds für Buyouts, bei denen etablierte Unternehmen und Konzernteile gekauft werden, um sie zu restrukturieren. Während diesen Fonds hohe Milliardensummen zufließen, liegt die Venture-Capital-Szene seit dem geplatzten Internet-Boom in Deutschland fast am Boden. Vor allem die einheimischen institutionellen Investoren geben kaum Geld für neue Venture-Fonds, während ausländische Pensionskassen stärker an den Erfolg der deutschen Wagnisfinanzierer glauben. Laut VC-Panel haben die rund 40 deutschen Fonds noch insgesamt 800 Mill. Euro für neue Beteiligungen. Das Kapital liege aber überwiegend in den Händen einiger weniger Beteiligungshäuser.

Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte & Touche haben zwar im dritten Quartal eine „vorsichtige positive Grundstimmung“ bei den Wagnisfinanzierern registriert. Die Mehrheit der VC–Manager rechne aber erst in den nächsten zwölf anstatt in den kommenden sechs Monaten mit einem Aufschwung des Marktes. Die Beteiligungsmanager konzentrierten sich derzeit auf die Betreuung ihrer Portfolios und den Verkauf von Firmen.

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