Wahljahr 2006
Lateinamerika-Fonds setzen auf Brasilien

An den Börsen Lateinamerikas ging es in den vergangenen drei Jahren steil bergauf. Von dieser Entwicklung hat vor allem der West AM Compass Latin America der Fondsgesellschaft WestLB Asset Management profitiert: Der Zwölf-Monats-Spitzenreiter unter den Lateinamerika-Fonds erzielte 2005 ein Plus von 82 Prozent und schlug damit seinen Vergleichsindex, den MSCI EM Latin America, um mehr als acht Prozentpunkte (Tabelle).

HB HAMBURG. West-AM-Manager Bill Rudman führt die gute Performance vor allem auf die positive Entwicklung in Brasilien und Mexiko zurück, wo rund 85 Prozent des Fondsvermögens investiert sind. "Brasilien ist der größte Rohstofflieferant der Region und profitiert daher von der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Rohstoffen", so Rudman. Außer bei Rohstoffen setzt er im Portfolio des lediglich zehn Mill. Euro schweren Fonds Schwerpunkte in den Bereichen Konsumgüter und Telekommunikation.

Zu den größten Positionen gehören der Ölkonzern Petrobras, gefolgt vom Mobilfunkanbieter America Movil und dem Eisenerz-Produzenten CVRD. Großes Potenzial sieht Rudman zudem bei Finanzdienstleistungen: "Auf Grund des vergleichsweise niedrigen Zinsniveaus steigt die Nachfrage nach Krediten." Er favorisiert daher Brasiliens Banken-Gruppe Itausa.

Für die weitere Entwicklung Lateinamerikas ist Rudman sehr positiv gestimmt: "Obwohl die Märkte schon sehr gut gelaufen sind, gehen wir auch in diesem Jahr von einem Zuwachs im zweistelligen Bereich aus", sagt der West AM-Manager. Die Bewertungen seien attraktiv und die wirtschaftlichen Perspektiven der Region weiterhin gut. Dennoch warnt er vor zu viel Euphorie, da nach den Kursanstiegen im vergangenen Jahr die Bewertungsabschläge gegenüber den Märkten der Industrieländer geschrumpft seien. Zudem stehen in diesem Sommer Wahlen in Mexiko und Brasilien an, was Rudman zufolge in der Vergangenheit immer wieder zu Unsicherheiten in der Region geführt hat.

Davon wäre auch der zweitplatzierte Baring Latin America betroffen, dessen Fondsvermögen ebenfalls zu mehr als 80 Prozent in Brasilien und Mexiko investiert ist. Nach Ansicht von Barings-Manager Urban Larson bietet dabei vor allem der brasilianische Markt noch Potenzial für weitere Kurssteigerungen, da die Titel brasilianischer Firmen im Schnitt noch zu deutlich günstigeren Preisen zu haben seien als Aktien von Unternehmen aus Chile oder Mexiko. Ähnlich wie Konkurrent Rudman setzt auch Larson in seinem Baring Latin America auf Titel aus den Bereichen Konsum, Finanzen und Rohstoffe. Das Schwergewicht bildet ebenfalls der Ölkonzern Petrobras mit einer Gewichtung von 9,5 Prozent, gefolgt von CVRD mit 8,8 Prozent und dem Zementhersteller Cemex mit 6,6 Prozent. Kerstin Jaumann, Der Fonds

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