Warnung der FSA
Indexfonds könnten gefährlich werden

Vor den möglichen Gefahren börsengehandelter Indexfonds hat jetzt die britische Finanzaufsicht FSA gewarnt. Auch andere Experten befürchten, dass in synthetischen ETFs riskante Wertpapiere abgelegt werden.
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LondonDie britische Finanzaufsicht FSA fürchtet, dass der boomende Markt für börsengehandelte Indexfonds zum Risiko für das internationale Finanzsystem werden könnte. „Wir sehen uns diese Produkte sehr genau an und arbeiten dabei mit unseren Kollegen in Europa zusammen“, betont FSA-Direktorin Sheila Nicoll.

Die FSA steht mit ihren Bedenken nicht alleine da. In den vergangenen Wochen hatten eine ganze Reihe von Experten den Wildwuchs am Markt für Exchange Traded Funds (ETFs) kritisiert. „Wenn Finanzinstrumente unverständlich werden, und ein Markt eine Größe erreicht, die sogar die Stabilität des Systems gefährden kann, dann sollten sich die Aufseher darum kümmern“, warnte beispielsweise der britische Notenbanker Paul Tucker.

Die ETFs bilden die Entwicklung an einer Vielzahl von Wertpapier- und Rohstoffmärkten ab und werden von den Fondsgesellschaften häufig als sicheres und günstiges Investment für Privatinvestoren vermarktet. In nicht einmal 20 Jahren explodierte der ETF-Markt auf 1,7 Billionen Dollar; allein 2010 wuchs das Geschäft um rund 30 Prozent.

Ähnlich wie Tucker sorgt sich auch die FSA vor allem um sogenannte synthetische ETFs. Dabei bilden die Fonds bestimmte Indizes nicht durch den Kauf der darin enthaltenen Wertpapiere, sondern durch komplexe Derivategeschäfte ab. Das Basler Financial Stability Board, das die internationale Staatengemeinschaft in Sachen Finanzreformen berät, warnte bereits, dass solch komplizierten Konstruktionen die Anbieter dazu verführen könnten, riskante Wertpapiere in den ETFs zu parken.

„Wir teilen viele der Bedenken, die zuletzt vorgebracht wurden“, betonte FSA-Direktorin Nicoll. Sollten sich diese Bedenken konkretisieren, werde die FSA „frühzeitig eingreifen und nicht darauf warten, bis die Risiken Realität werden“, betonte die Aufseherin.

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  • Die Aussagen sind im Wesentlichen zutreffend, übersehen aber, dass das Problem nicht nur synthetische ETFs betrifft (also solche mit Swap-Kontrakt), sondern quasi alle ETFs überhaupt. Nur realisiert es dort kaum jemand, weil es gut versteckt ist. Die "vollreplizierenden" verleihen nämlich in der Regel einen Teil der Wertpapiere zurück an den Emittenten des ETF ("Wertpapierleihe") oder an ein Unternehmen, das in der Regel enge Beziehungen zum Emittenten hat. Dann gibt es noch teilreplizierende ETFs, die einen Teil des Index über Aktien abbilden, den Rest dann über ein Indexzertifikat. Im großen und ganzen laufen alle drei Konstruktionen auf die gleichen grundsätzlichen Risiken hinaus.

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