Warnung vor zu großer Euphorie
Ein Hamburger Dachfonds führt die Rangliste an

Tom Wede steht in den Startlöchern. Der Manager der Hamburger Berenberg Bank erwartet, dass die Umbenennung des von ihm betreuten Fund of Funds Select S.T.A.R. in Berenberg Globalway von den zuständigen Aufsichtsbehörden Ende August genehmigt wird.

HB HAMBURG. Ist dies der Fall, so wird dann der Vertrieb des bereits im Frühjahr 2001 aufgelegten, aber lediglich 600 000 Euro schweren Dachfonds in die zweite Runde gehen. Bis zum Jahresende will Wede das Volumen auf mindestens fünf Mill. Euro steigern.

Angesichts der Ergebnisse, die in der Vergangenheit erzielt worden sind, scheint dies kein übermäßig ehrgeiziges Ziel zu sein. Seit Monaten bereits führt der Select S.T.A.R. die Rangliste der ausschließlich in Aktienfonds investierenden Dachfonds an, in den vergangenen zwölf Monaten betrug der Wertzuwachs 24,01 Prozent (siehe Tabelle) - mehr als doppelt so viel wie der Vergleichsindex MSCI World. Das Plus erzielte Wede mit einer sehr konzentrierten Auswahl aus nur sechs Fonds. Dabei eint alle aktuell vertretenen Fonds (FPM Stockpicker Germany, M&G Global Basics, Acatis Aktien Global, Lingohr Systematic, 4-Q Value-Fonds, GAM Tokyo), dass ihre Manager einen strengen Aktienauswahlprozess betreiben und sich weder an Marktstimmungen noch an Indizes orientieren.

Vergleichsweise indexnah managt dagegen Thomas Romig den Adig Best-in-One Europe. "Wir wollen den MSCI Europe schlagen, ohne uns allzu weit von ihm wegzubewegen", sagt der Cominvest-Manager, der extreme Wetten ablehnt. Dabei soll der Mehrertrag möglichst kontinuierlich ein bis zwei Prozentpunkte pro Jahr betragen. Der Best-in-One Europe ist aktuell der einzige Aktien-Dachfonds aus den Top Ten, der in seinen beiden in etwa gleich großen Anteilsklassen ein Volumen von mehr als 100 Mill. Euro auf die Waage bringt. Den Mittelpunkt seines rund 20 Zielfonds umfassenden Portfolios bilden breit streuende Fonds wie der Europa Aktienfonds Ulm, der Nordea European Value und der Schroder European Equity Alpha.

In deutlich geringerem Umfang versucht Romig darüber hinaus mit seinem fünfköpfigen Team, von aktuellen Trends zu profitieren. So war er lange Zeit mit sechs bis sieben Prozent in Osteuropa aktiv - eine Position, die allerdings vor einigen Monaten aufgelöst wurde. Stattdessen deckt der Best-in-One Europe jetzt die Teilmärkte Deutschland, Österreich und Türkei mit jeweils einem Länderfonds ab. "Speziell in Deutschland sind die Rahmenbedingungen unverändert gut", analysiert Romig, warnt allerdings vor allzu großer Euphorie: "In diesem Jahr hat der Dax die größten Kurssteigerungen definitiv hinter sich."

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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