Warten auf höhere Zinsen
Geldmarktfonds gelten als wenig attraktiv

Die Renditen von Euro-Geldmarktfonds sind in den vergangenen zwölf Monaten enttäuschend ausgefallen. Im Durchschnitt kamen die 121 von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research untersuchten Angebote lediglich auf 1,70 Prozent.

HAMBURG.Deutlich besser schnitt der von der Baden-Württembergischen Kapitalanlagegesellschaft in Stuttgart betreute LBBW Euro Liquid BWK ab, der mit einem Zuwachs von 2,39 Prozent Rang eins einnimmt. "Vor allem das aktive Laufzeitenmanagement sowie der Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen haben zu dem vergleichsweise guten Ergebnis beigetragen", sagt BWK-Manager Bernd Eiberger. Positiv habe sich zudem die günstige Kostenstruktur ausgewirkt. Mit 0,31 Prozent weist der Fonds eine nur etwa halb so hohe Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, kurz TER) auf wie der Durchschnitt aller Euro-Geldmarktfonds.

Da der LBBW Euro Liquid als geldmarktnaher Fonds konzipiert ist, darf Eiberger auch in Asset Backed Securities (ABS) investieren, bei denen illiquide Forderungen aus Hypotheken, Kreditkarten oder Automobilfinanzierungen in verzinsliche Wertpapiere umgewandelt werden. Die Obergrenze von zehn Prozent des Fondsvermögens hat Eiberger derzeit voll ausgereizt. Zudem darf er bis zu 50 Prozent des Portfolios in Papiere mit einer Restlaufzeit von mehr als vier Jahren anlegen. Das Zinsänderungsrisiko sichert er mit speziellen Finanzinstrumenten ab, so dass die mittlere Kapitalbindungsdauer seines Portfolios stets unter zwölf Monaten liegt. "Wir gehen von steigenden Geldmarktzinsen im Euro-Raum aus, weshalb der Fonds aktuell nahezu ausschließlich am kurzen Ende investiert ist und eine Duration von 0,15 Jahren aufweist", sagt Eiberger. Er will erst dann wieder auf längere Laufzeiten setzen, wenn die Zinsen noch weiter steigen.

Auch Stefan Kreuzkamp will mit seinem DWS Institutional Money Plus wieder stärker am längeren Ende investieren und wartet derzeit auf einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Sein Fonds liegt mit einem Wertzuwachs von 2,24 Prozent auf Platz zwei, wozu Kreuzkamp zufolge neben der recht günstigen TER von 0,34 Prozent der Kauf von Unternehmensanleihen beigetragen hat. Aktuell beträgt ihr Anteil am Portfolio 30 Prozent. Weitere 20 Prozent sind in ABS investiert.

Für Privatanleger kommt der DWS-Fonds angesichts einer Mindestanlage von 500 000 Euro aber kaum in Frage. Lediglich für Kunden des Maklerpools BCA , die sich für den Abschluss der Fondspolice DB Vita Plus entschieden haben, gilt diese Grenze nicht. Einfach gestaltet sich der Einstieg dagegen beim LBBW Euro Liquid: Obwohl dieser Fonds ebenfalls für Großinvestoren konzipiert ist, reicht bereits der Kauf eines Anteils. Dieser notiert derzeit bei rund 10 000 Euro.

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