Wealth-Management-Bereiche vereinigt
UBS setzt stärker auf Hedge Fonds

Der Schweizer Finanzkonzern UBS legt seine beiden Wealth Management-Einheiten Schweiz und USA unter der Führung von Marcel Rohner zusammen und forciert das Hedge Fonds-Geschäft.

HB ZÜRICH. Zudem wechselt UBS die Führung ihrer Investment Bank (IB) aus. Neuer Chef wird dort Huw Jenkins, der an die Stelle von John Costas tritt, der eine neue Einheit für Alternative Anlagen leiten wird und die UBS-Konzernleitung verlässt.

Für den Hegde Fonds-Bereich gründet UBS auf Jahresbeginn 2006 eine neue, auf alternative Anlagen spezialisierte Vermögensverwaltungseinheit unter dem Namen Dillon Read Capital Management, so UBS am Donnerstag weiter. UBS tritt damit nicht neu in das Hegde Fonds Geschäft ein. Auf eigene Rechung war die Bank schon lange in diesem Gebiet tätig und gehörte dort nach eigener Einschätzung zur Spitzengruppe. Das entsprechende Know How ist in der Bank vorhanden. Nun können sich aber auch „anspruchsvolle, vorwiegend institutionelle Kunden“ als Co-Investoren am Geschäft der UBS in diesem Bereich beteiligen.

Die neue Einheit wird Teil der UBS-Unternehmensgruppe Global Asset Management (GAM). 120, vor allem in New York stationierte Mitarbeiter, werden zu der neuen Einheit transferiert. UBS will sich damit neue Ertragsquellen erschliessen. Die Abteilungen Principal Finance und Commercial Real Estate werden dem neuen Bereich zugeschlagen.

In der Vermögensverwaltung, die UBS nennt den Bereich Wealth Management, wird es zukünftig nur eine Organisation geben, zu der wie bisher auch das Schweizer Geschäft gehören wird. Bislang führte UBS das Wealth Management in den USA als getrennte Einheit. UBS will mit diesem Schritt den Angaben zufolge weitere Grössenvorteile realisieren. Kosten-Überlegungen hätten aber keine bedeutende Rolle gespielt, ergänzte ein Sprecher. Ein Stellenabbau sei in diesem Zusammenhang nicht vorgesehen. Es gehe eher darum, Potential für weiteres Wachstum zu schaffen und weltweit konsistente Dienstleistungen zu erbringen.

Der Schritt diene dazu, die Konsistenz des UBS-Angebots zu verstärken und das Ertragswachstum zu begünstigen, so UBS-Chef Peter Wuffli in einer Telefonkonferenz. Es gehe nicht um Restrukturierungen, und Pläne für Restrukturierungen gebe es auch nicht.

Die UBS setzt die interne Integration weiter fort und behält damit die Nase vorn gegenüber dem Konkurrenten CS Group, die ab dem 1. Januar 2006 unter dem einheitlichen Logo Credit Suisse segeln will. Die Integrationsschritte bei UBS treten auf den 1. Juli in Kraft. In der Ergebnis-Berichterstattung will UBS das US-Geschäft weiterhin gesondert ausweisen. Die schon vollzogenen Integrationsschritte haben UBS nach deren Einschätzung bisher schon merkliche Vorteile gebracht. Konzernchef Wuffli wurde gelegentich mit der Aussage zitiert, die Integration stehe für 15 - 20 Prozent der UBS-Marktkapitalisierung, die derzeit bei etwa 112 Milliarden sfr steht.

An der knapp schwächeren Börse tendierte die UBS-Aktie am frühen Nachmittag gehalten.

Dass Costas nicht mehr Chef der Investment Bank sein wird und sich dort den Posten eines Non-Executive Chairman zurückzieht, wurde von einigen Analysten mit Skepsis registriert. Ihm wird zugeschrieben, dass die UBS Investmentbank in den vergangenen Jahren zu einem globalen Spieler geworden ist. Huw Jenkins war bisher Leiter des globalen Aktiengeschäfts der UBS.

Allerdings geht Costas mit seiner neuen Mannschaft einen Weg, den in letzter Zeit mancher Händler gegangen ist. Eine Reihe von Händlern haben sich aus den grossen Banken herausgelöst und zum Teil eigene Hedge Fonds gegründet. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) rief in ihrem Jahresbericht zu besonderer Vorsicht auf. Es sei nicht immer klar, ob traditionelle Banken das Geschäft der Hedge Fonds immer ausreichend verstünden. UBS hat mit Hedge Fonds auch andere Erfahrungen gemacht: 1998 brach der Hedge Fonds LTCM zusammen, und UBS musste einen ordentlichen Verlust verdauen.

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