Weitere Urteile erwartet
VIP-Fonds: Anlieger unterliegen

Die Commerzbank ist vorerst entlastet – soweit es Vorwürfe wegen mangelhafter Beratung betrifft. Weitere Klagen von Anlegern des VIP-Medienfonds stehen jedoch noch aus, denn schließlich führten fehlerhafte Auskünfte zum Verlust von Steuervorteilen.

sos FRANKFURT. Das Gezerre um Schadensersatzansprüche der VIP-Medienfonds-Anleger geht weiter. Zwei Anleger scheiterten vor dem Landgericht München mit einer Klage gegen die Commerzbank wegen fehlerhafter Beratung. Ein Fehlverhalten der Bankberater sei in diesen beiden Fällen nicht erwiesen, urteilten die Richter, betonten aber, dass es sich hier um Einzelfälle handele.

Derzeit sind mehrere hundert Schadensersatzklagen erboster Anleger gegen die Commerzbank anhängig, die die Fonds vertrieb, sowie gegen die Dresdner Bank und die Hypo-Vereinsbank (HVB), die beide den Rückfluss des Fondskapitals garantierten. Rund 13 000 Anleger hatten sich angeblich unter Verweis auf Steuervorteile und eine risikofreie Anlage in die Fonds locken lassen und rund 750 Mill. Euro investiert.

Die VIP stieg mit diesem Garantie-Fonds-Modell in den Jahren 2004 und 2005 zum größten Filmfonds-Anbieter der Republik auf und finanzierte nach eigenen Angaben Filme wie „Das Parfüm“ oder „Sieben Zwerge“. Doch die VIP-Beteiligung war, so Vorwürfe von Anlegeranwälten, gering. Nach ihren Angaben, parkte ein Großteil des Geldes auf Bankkonten statt in die Filme zu fließen. Das Finanzamt strich die Steuervorteile, jetzt müssen die Anleger nachzahlen. Der Gründer des Filmfonds steht zudem seit April wegen der Verdachts der Untreue und der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor Gericht.

Die HVB führt derweil nach eigenen Angaben erste Gespräche mit Investoren, die in die Fonds einsteigen wollen. Die Anleger sollen dafür ein Viertel ihres gezeichneten Kapitals zurückbekommen. Zudem soll ein potenzieller Investor die Kredite ablösen, mit denen Teile der Papiere finanziert worden sind.

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