Weltfondstag
Ein blaues Chamäleon gegen die Fondsflaute

Die Zahl der Anleger ist rückläufig, das verwaltete Vermögen auch – Investmentfonds haben schon bessere Zeiten gesehen. Das soll sich ändern, deshalb startet die Branche eine Werbeoffensive: den Weltfondstag.
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DüsseldorfDie Werbekampagne fällt auf: ein knallblaues Chamäleon auf zartblauem Grund. Der Slogan – wohl eine Anspielung auf die Farben der einzelnen Fondsanbieter – lautet: „Heute erlebt Ihr Geld sein blaues Wunder! Oder sein grünes, gelbes, rotes…“  Am 19. April ist Weltfondstag, zum ersten Mal – und auch nur in Deutschland. Heute wird also besonders laut für den Investmentfonds getrommelt.

Die Argumente für das Produkt sind einleuchtend, suggeriert die Kampagne. „Keine andere Geldanlage lässt sich so perfekt ans Leben anpassen wie Fonds. Egal, was sie vorhaben, wie viel Sie investieren wollen und ob Ihnen die Renditechance oder die Sicherheit wichtiger ist: Sie finden immer ein passendes Fondsprodukt“, heißt es in der Anzeige, hinter der die Initiative „Investmentfonds für alle“ des Fondsverbands BVI steckt.

So weit, so gut. Doch die Argumente bleiben scheinbar ungehört. Anleger parken ihr Geld lieber auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten, anstatt auf Fonds zu setzen. Von knapp zehn Millionen auf etwas mehr als sechs Millionen ist die Zahl der Fondsbesitzer seit 2001 geschrumpft. Das investierte Kapital  sank ebenfalls. Mehrere Börsencrashs haben Spuren hinterlassen.

Auch die Anzahl der Fonds ist rückläufig. Im vergangenen Jahr haben die Kapitalanlagegesellschaften mehr Publikumsfonds aufgelöst als neu auf den Markt gebracht. „419 neuen Produkten standen 436 Auflösungen gegenüber“, heißt es beim BVI. Noch deutlicher ist der Trend bei Aktienfonds: 170 wurden geschlossen, 110 neu aufgelegt. Anders sieht es bei Mischfonds aus, die zuletzt stärker nachgefragt wurden: 128 neuen Produkten standen 93 Auflösungen gegenüber. Trotz der Schließungen sind noch immer Tausende Fonds in Deutschland zum Vertrieb zugelassen.

Dass viele Anleger Investmentfonds den Rücken gekehrt haben, liegt auch an der Kursentwicklung, denn viele Fondsmanager schneiden schlechter ab als ihre Vergleichsindizes, also Dax oder Euro Stoxx. Der Gretchenfrage, ob es sich tatsächlich lohnt, sein Geld Fondsmanagern anzuvertrauen, sind zuletzt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und das Münchner Institut für Vermögensaufbau (IVA) auf den Grund gegangen. „Etliche aktiv gemanagte Fonds schaffen es langfristig tatsächlich, besser abzuschneiden als die entsprechenden Benchmarks. Das Vorurteil, dass Fondsmanager nicht in der Lage sind, den Markt zu schlagen, ist damit also widerlegt. Es sind allerdings nicht sehr viele, die dies schaffen“, fasst DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler das Ergebnis der Studie zusammen. 

Analysiert wurden aktiv gemanagte Publikumsfonds, die zehn Jahre oder länger am Markt sind und ein Volumen von mindestens 7,5 Millionen Euro aufweisen. Von den insgesamt rund 7.000 Produkten, aus denen deutsche Anleger wählen können, erfüllten 1.284 diese Voraussetzungen. Die Spanne reichte von Aktienfonds über Rentenfonds bis hin zu Geldmarkt- und Mischfonds. Basis waren die zehn Jahresrenditen der Jahre 2002 bis 2011.

„Die Studie zeigt, dass es für aktive Investmentfonds offenbar schwierig ist, nach der Betrachtung von Kosten, eine Zusatzrendite gegenüber der jeweiligen Benchmark zu erzielen“, sagt IVA-Experte Andreas Beck. Dennoch sei dies in den vergangenen zehn Jahren immerhin 238 der betrachteten Investmentfonds gelungen, was einem Anteil von 19 Prozent entspricht. Rund drei Viertel der Fonds haben es geschafft, ungefähr die Marktperformance abzüglich ihrer Verwaltungskosten zu erzielen.

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In Deutschland soll wieder über Geld gesprochen werden

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  • Hallo Werner, ja, das kenne ich. Aktienfonds sind einfach zu teuer. Das kann nicht klappen.

  • wenn Sie Fond lesen ...schnell wegrennen - ich habe seit 17 Jahren den Adiverba - regelmäßige Einzahlungen - Ergebnis: Minus 21% - tolle Leistung der Allianz

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