Wertezuwachs
Rentenfonds profitieren von türkischen Anleihen

Bei den meisten Rentenfonds mit Schwerpunkt auf europäischen Währungen herrscht derzeit Flaute: Im Durchschnitt brachten die 66 Angebote dieser Kategorie in den vergangenen zwölf Monaten gerade einmal einen Zuwachs von 0,06 Prozent – nicht so der Uni Euro Aspirant. Dabei profitierte der Fonds von der Aufwertung der türkischen Lira.

HAMBURG. Barbara Eberhardt segelt auf Erfolgskurs. Die Managerin des Uni Euro Aspirant erwirtschaftete per Ultimo September einen Wertzuwachs von 5,71 Prozent. Damit belegt ihr Fonds unter den zehn volumenstärksten Angeboten (Tabelle) den ersten Platz, im Gesamtklassement immerhin Rang vier. Die ansehnliche Rendite erzielte sie vor allem in der Türkei, in Ungarn und in Russland.

„Wir haben unter anderem von der Aufwertung der türkischen Lira profitiert, zudem hat sich der deutliche Renditerückgang in Ungarn positiv auf unsere dortigen Engagements ausgewirkt“, erläutert die Fondsmanagerin. Derzeit hält sie außerdem rund 18 Prozent des Portfolios in auf ungarischen Forint lautenden Papieren. Auch das Aufstocken von Papieren aus Russland habe sich ausgezahlt, ergänzt Eberhardt, die weiter auf die genannten drei Märkte setzen will. „Russland lockt noch immer mit attraktiven Zinsaufschlägen und günstigen Wechselkursaussichten, für die Türkei und Ungarn sind Zinssenkungen zu erwarten“, fasst sie zusammen. Die Zuspitzung im Kurden-Konflikt sieht sie nicht als Gefahr: „Dies dürfte den türkischen Markt lediglich kurzfristig belasten, insgesamt bleiben die Aussichten für das Land positiv.“

Ähnlich bewerten auch Ralf Schreyer und Andreas Burhoi die Situation in der Türkei. Dennoch haben die beiden Manager des DWS Euro Strategie (Renten)ihre Engagements in diesem Land in den vergangenen Wochen heruntergefahren. „Angesichts einer Wertsteigerung von 19 Prozent seit Jahresbeginn erschienen uns Gewinnmitnahmen durchaus angebracht“, sagt Co-Manager Schreyer. Der kräftige Rückenwind aus der Türkei brachte in den vergangenen zwölf Monaten auch den DWS Euro Strategie (Renten) nach vorn. Das mit einem Wertzuwachs von 5,52 Prozent nur unwesentlich schlechtere Ergebnis im Vergleich zum Uni Euro Aspirant resultiert aber aus einer deutlich abweichenden Portfoliostruktur.

Anders als Eberhardt halten die DWS-Manager mit 84 Prozent den Löwenanteil des Portfolios in Euro-Anleihen, während die Union-Managerin diese mit lediglich 17 Prozent gewichtet. Entsprechend unterschiedlich fällt die Beimischung anderer Währungen aus: Im Portfolio des Uni Euro Aspirant sind Anleihen, die auf ungarischen Forint, britischen Pfund und polnischen Zloty lauten, ähnlich hoch gewichtet wie Euro-Papiere. Schreyer und Burhoi meiden Polen und Ungarn dagegen, da sie das Aufwertungspotenzial in beiden Ländern für ausgeschöpft halten. Aussichtsreicher beurteilen sie den rumänischen Leu und den russischen Rubel, die sie allerdings nur in geringem Umfang beimischen.

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