Wesentlicher Einfluss auf Film ist maßgeblich
Weniger Geld aus deutschen Medienfonds für Hollywood

Nach einem Erlass des Bundesfinanzministeriums sei damit zu rechnen, dass es zumindest in diesem Sektor der Filmindustrie zu Einbrüchen bei der Finanzierung aus deutschen Medienfonds kommen werde, sagte der Verbandsvorsitzende Michael Oehme am Freitag in Potsdam.

Reuters BERLIN. Große Hollywood-Produktionen wie der „Terminator 3“ müssen nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Medienfonds in Zukunft mit weniger Geld deutscher Investoren auskommen.

Medienfonds haben bei kapitalkräftigen Anlegern in den vergangenen Jahren einen großen Aufschwung erlebt, weil diese bislang besonders attraktive steuerliche Möglichkeiten zur Abschreibung boten. So durften Investoren hohe Anfangsverluste aus der Filmproduktion in kurzer Zeit abschreiben und mit anderen Einkünften verrechnen.

Nach einem neuen Medienerlass des Finanzministeriums vom 1. August ist dies nun aber nur noch möglich, wenn Fondsinvestoren selbst aktiv wesentlich Einfluss auf die Filmproduktion nehmen und alle wirtschaftlichen Folgen verantworten. Dies kann etwa durch die Wahl eines Beirates aus ihrer Mitte geschehen, wobei dieser aber erst gebildet werden darf, wenn mindestens die Hälfte des einzusammelnden Kapitals eingezahlt wurde.

Der Verband Deutscher Medienfonds geht davon aus, dass diese Regelung zumindest den großen US-Produktionsgesellschaften zu kompliziert ist. An diese werde deshalb voraussichtlich weniger Geld aus Deutschland fließen. „Die großen Firmen werden sich das nicht gefallen lassen“, sagte sagte Karsten Mieth, Geschäftsführer der Fondsvertriebsgesellschaft Chorus. Oehme hielt es für möglich, dass sich die Fondsfinanzierung mehr auf Kinofilme kleiner Gesellschaften und die TV-Produktion verlagert.

Nach Angaben des Verbandes investierten deutsche Medienfonds bislang rund 70 Prozent ihrer Mittel in den USA und etwa zehn Prozent in deutsche Produktionen.

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