Wie Karajan
Immobilienfonds kürzen Ausschüttungen

Sie gelten als Gewinner der Steuerdebatte. Immobilienfonds, so lautet die einhellige Meinung, können auch ohne Verluste akzeptable Renditen liefern.

Und Fonds, die im Ausland investieren, bringen Anlegern sowieso keine Verluste, aber dafür oft fast steuerfreie Erträge. Dass Auslandsimmobilien trotzdem keine Selbstläufer sind, belegen zwei Fonds des Marktführers MPC:

Der Sachwert Rendite-Fonds Holland 6 wird statt 8,5 Prozent 2005 nur 4,25 Prozent ausschütten, nachdem ein Hauptmieter des Gebäudes in Den Bosch vorzeitig ausgezogen ist. Andere Verträge laufen 2006 aus, die Mieteinnahmen könnten laut MPC weiter sinken. Der Wettbewerb um Mieter sei in Holland sehr groß. Wegen der schwierigen Lage musste MPC schon 2004 die Ausschüttung beim Sachwert Rendite Fonds Holland 22 halbieren. Jetzt wurden die Zeichner zudem informiert, dass sie wegen der Vermietung von nur 53 Prozent auch 2005 nichts bekommen. Allerdings hat der Fonds laut MPC schon mehr Kredit getilgt als geplant. Glauben Anleger MPC-Chef Axel Schroeder, dürfte das Management die schwierige Situation bald in den Griff bekommen. Im Vorstand säßen Ausnahmetalente vom Range eines "Karajan, Boris Becker und Michael Schumacher", rechtfertigte Schröder auf der Hauptversammlung die Gehälter der MPC-Vorstände.

MPC ist nicht der einzige renommierte Anbieter mit Problemen. So schütten zwei Deutschland-Immobilienfonds der Deutsche Bank Real Estate (DBRE) derzeit ebenfalls nichts aus. Die Zeichner des Immobilienfonds Brockhaus-Zentrum Leipzig etwa haben seit 2002 nichts mehr bekommen. Die erzielbaren Mieten lägen auf absehbare Zeit unter Plan, entschuldigt sich die DBRE.

Dem Fonds Hannover Lister Tor droht gar die Insolvenz: 2004 ist der Hauptmieter ausgezogen, bis Jahresende reicht das Geld noch. Pikant: Geht der Fonds, dem 74 Prozent des Gebäudes gehören, Pleite, müssen die Miteigentümer die Betriebskosten alleine zahlen. Auf Besitzer der Wohnungen in dem 23-Etagen-Haus kämen wohl zusätzlich tausende Euro im Monat für die Grundversorgung zu. Die DBRE ist sich der prekären Situation bewusst und verhandelt derzeit mit dem Kreditgeber, der Eurohypo.

Quelle: Wirtschaftswoche

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