Wieder mehr Aktienfonds gekauft
Indexprodukte treiben Fondsabsatz in Europa

Anleger haben im April zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder mehr Aktienfonds gekauft. Über die Hälfte der Zuflüsse kommen aus dem Bereich Exchange Traded Funds.

FRANKFURT. Die Investmentgesellschaften setzten nach Angaben der Fondsanalysefirma Lipper Feri im April für netto 5,9 Mrd. Euro Aktienfonds ab. Sie schafften damit eine Tendenzwende nach den Abflüssen von 11,1 Mrd. Euro im Vormonat. "Das ist eine Umkehr nach fünf Monaten Negativbilanz, und sie ist zu einem großen Teil von börsennotierten Indexfonds getrieben", sagt Lipper-Feri-Chefin Diana Mackay in London.

Über die Hälfte der Zuflüsse bei den Aktienfonds kommen aus dem Bereich Exchange Traded Funds, den ETFs. Die Mittel kommen fast ausschließlich aus Deutschland von den hiesigen Anbietern Deutsche Bank und der Deka-Sparte ETFlab. Das belegen die vor kurzem veröffentlichten Zahlen des deutschen Fondsverbandes (Handelsblatt vom 3.6.).

Mackay will aus der Tendenzwende keine voreiligen Schlüsse auf eine nachhaltige Trendumkehr ins Positive bei Aktienfonds ziehen. "Das ETF-Geschäft ist stark auf institutionelle Investoren konzentriert, die die Produkte häufig kurzfristig einsetzen, so dass der Absatz stark schwankt", sagt die Expertin.

Das rasant wachsende Interesse an den Indexfonds spiegelt sich in der Anbieter-Hitliste wider. Die Deka liegt hier auf dem zweiten Platz. Spitzenreiter JP Morgan Asset Management profitierte als einer der weltgrößten Anbieter von Geldmarktfonds von den Absätzen auf diesem Feld (siehe "Top Five der Gesellschaften").

Der gesamte Branchenabsatz bei Einbeziehung aller Fondsgruppen erreichte im April knapp 3,7 Mrd. Euro, nach Anteilsrückgaben von 27,9 Mrd. Euro im Vormonat. Der März war von der Schieflage der Investmentbank Bear Stearns geprägt, was die Anleger bei Aktien- und Anleiheprodukten zu Verkäufen veranlasste.

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