Windradtechnik ermöglicht zusätzliche Standorte
Stromeinspeisung wird im Herbst neu geregelt

Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion bis zum Jahre 2010 auf 12,5 Prozent und bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern. Darum soll im Herbst das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) novelliert werden. Für Windräder soll der wirtschaftliche Betrieb auch an so genannten durchschnittlichen Standorten im Binnenland weiterhin möglich sein.

rrl DÜSSELDORF. „Impulse für den Bau von Windparks an weniger günstigen Standorten können dagegen reduziert werden“, heißt es in einem Thesenpapier der Regierung. Durchschnittsstandorte sollen wie bisher gefördert werden. Für sehr gute Standorte an Land wird erwogen, die Förderbeträge „leicht“ zurückzufahren.

Doch was ist ein Durchschnittsstandort? Der Wind sollte dort nach Ansicht von Peter Ahmels, Präsident des Bundesverband es Windenergie e.V. (BWE), im Durchschnitt mit einer Geschwindigkeit von 5,7 bis etwa 6 Meter je Sekunde (m/s) in Nabenhöhe des Windrads wehen. „Solche Windgeschwindigkeiten sind inzwischen an Standorten möglich, an denen dies früher undenkbar war.“ Der Grund: Die Nabenhöhen sind gestiegen, und tendenziell steigt mit der Höhe der Anlage auch die Windgeschwindigkeit. Die Naben der aktuell häufig eingesetzten 1,5-Megawatt-Räder liegen um und über 65 Meter – und stoßen damit häufig an die Grenzen, die Gemeinden für Baugenehmigungen an Land ziehen.

Für die zurzeit nur auf dem Papier stehenden Offshore-Windparks soll die Neuauflage des Gesetzes eine Brücke bauen. Die Frist für die Erstinbetriebnahme mit erhöhter Anfangsvergütung soll bis 2010 verlängert werden.

Zurzeit sieht das EEG vor, dass für die ersten fünf Jahre ein fixer Betrag je Kilowattstunde (kWh) gezahlt wird. Jedes Jahr wird diese anfängliche Höchstvergütung um 1,5 Prozent gesenkt. Geht eine Windmühle noch in diesem Jahr ans Netz, hat der Energieversorger 8,9 Cent/kWh, ab dem nächsten Jahr 8,8 Cent/kWh an den Fonds zu zahlen.

Wird nach fünf Jahren festgestellt, dass das Windrad 150 Prozent des errechneten Windertrags einer Referenzanlage abgeliefert hat, sinkt die Vergütung auf 6,0 Cent/kWh und für die 2004 gestarteten Anlagen auf 5,9 Cent/kWh.

Zur Diskussion steht nach den Worten Ahmels außerdem, den Windparks auf hoher See die anfängliche Höchstförderung zehn Jahre lang zu gewähren anstatt wie vorgesehen neun Jahre. Einige Anbieter haben zwar bereits Offshore-Projekte in der Pipeline. Aber deren Realisierungsphase wird nach Ahmels Einschätzung erst in zwei bis drei Jahren kommen.

„Die Produktionskosten für Stromenergie sind seit 1992 um 50 Prozent gesunken“, sagt Ahmels. Zwar rechnet er nicht noch einmal mit einem so hohen Produktivitätsschub, doch in den nächsten zehn Jahren würden die Kosten noch einmal um 30 Prozent sinken.

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