Wirtschaft stärker diversifiziert
Die Golf-Region sorgt für Schlagzeilen

Viele arabische Staaten schwimmen im Geld wie in Öl. Das ist schon länger so. Während sie früher aber mehr konsumierten, diversifizieren sie nun ihre Wirtschaft und bauen die Infrastruktur und die Kapitalmärkte weiter aus.

HB FRANKFURT. Seit einigen Jahren profitiert die Golf-Region von steigenden Erdöl- und Gaspreisen – ähnlich wie in den Jahren 1973 und 1979/80, die durch die Ölkrisen und ihre rezessiven Auswirkungen auf die Industrieländer bekannt wurden. Die steigenden Energiepreise führen zu einer enormen Überschuss-Liquidität in Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Qatar, Oman aber auch Bahrain. Diese Staaten bilden gemeinsam die Gulf Cooperation Council (GCC), den Golf-Kooperationsrat. Er verfügt bereits über eine eigene Zollunion. Und die Mitglieder planen, ab 2010 eine gemeinsame Währung einzuführen. Das Datum für die Währungsunion wird derzeit von Beobachtern als ehrgeizig angesehen. Allerdings zeigt die Absicht, wohin die Reise gehen soll: zu einer verstärkten Integration der Länder.

Es gibt jedoch einen großen Unterschied zu der Zeit in den 70er-Jahren: Die Liquidität, die sich derzeit ansammelt, wird weniger für Konsum und den Ausbau des Wohlfahrtsstaates genutzt, sondern zur Diversifikation der eigenen Industrien – weg von Öl und Gas. Emirate wie Dubai oder das Königreich Bahrain sind gute Beispiele für diese Diversifikation. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern in der Region verfügen diese Staaten nicht über die entsprechenden Öl- und Gasreserven. Dubai erzielt mittlerweile nur noch rund drei Prozent der Einnahmen aus Öl, und der Anteil in den Vereinigten Arabischen Emiraten liegt im Durchschnitt auch nur noch bei rund 30 Prozent.

Es gibt ein grundsätzliches Verständnis zwischen den Mitgliedern des Kooperationsrates, nachhaltige Strukturen in der Region aufzubauen. Das ist ein Punkt, der – trotz der enormen Zuflüsse in den vorherigen Ölkrisen – vernachlässigt wurde. Die Strategie der Länder ist es, eine solide Infrastruktur, die entsprechenden Märkte und die Institutionen zur Verwaltung des eigenen Vermögens zu errichten. Um das Momentum aufrecht zu erhalten, geht es auch darum, den Kapitalmarkt weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zur Vergangenheit handelt es sich hierbei um ein Wachstum, das von Investitionen getrieben ist und weniger durch das Öl.

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