Wissenswertes über Fonds
Alpha-Strategien sollen Risiken begrenzen

Das Alpha ist eine Kennzahl. Es beschreibt, wie gut oder schlecht ein einzelnes Wertpapier oder ein Wertpapierportfolio im Vergleich zum Gesamtmarkt abschneidet. Alpha-Strategien setzen auf genau diese Differenz: Nur der Unterschied zählt.
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DÜSSELDORF. Wer keine Aktien hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen, sagte einmal André Kostolany. Der Börsenaltmeister war offensichtlich mit der Praxis des Leerverkaufs nicht vertraut. Und selbst wenn, dann hat er vermutlich nicht viel von Alpha-Strategien gehalten. Denn hier geht es nicht darum, Aktien ins Depot zu legen, sich ein paar Jahre schlafen zu legen und die Wertpapiere dann mit Gewinn wieder zu verkaufen - so wie Kostolany es gerne empfahl. Alpha-Strategen denken nicht in solchen Kategorien. Sie wollen in jedem Marktumfeld Gewinne erzielen - und zwar sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Aktienkursen. Insbesondere bei großen Pensionskassen, Versicherungen und Verwaltern großer Privatvermögen werden Alpha-Strategien deshalb gerne eingesetzt, um Marktrisiken zu begrenzen.

Seinen Namen verdankt der Handelsansatz einer der beiden wichtigsten Variablen, mit denen in der Fondsbranche Erfolg gemessen wird. Konkret: Der griechische Buchstabe Beta bezeichnet den Teil des Fondserfolgs, der von der Marktperformance abhängt. Diesen Erfolg könnten Anleger auch über Indexfonds, Indexzertifikate oder Exchange Traded Funds (ETFs) erzielen.

Mit Alpha bezeichnen Börsianer die Rendite eines Investments im Vergleich zum Gesamtmarkt. Das Alpha eines Fonds beispielsweise gibt Auskunft darüber, wie gut der Fonds gegenüber seiner jeweiligen Benchmark (dem Beta) abgeschnitten hat. Ist das Alpha positiv, hat der Manager den jeweiligen Vergleichsindex - also zum Beispiel die durchschnittliche Entwicklung vergleichbarer Fonds oder einfach einen Börsenindex wie den MSCI World - hinter sich gelassen. Je höher das Alpha, umso besser ist die Leistung des Fondsmanagements. Ein positives Alpha bedeutet jedoch nicht, dass der jeweilige Fonds immer eine positive Rendite erwirtschaftet, sondern nur, dass er besser ist als der Durchschnitt.

Positives Alpha mit Alpha-Strategien

Fondsmanager, die Alpha-Strategien anwenden, setzen darauf, dass sich die Kurse einer Auswahl an Wertpapieren eines bestimmten Marktes besser entwickeln als der Markt selbst. Das versuchen die Manager klassischer Aktienfonds zwar auch, doch diese investieren einfach nur in die von ihnen ausgewählten Titel. Alpha-Fondsmanager dagegen investieren nicht nur in die ausgewählten Papiere, sondern sie verkaufen gleichzeitig den Index, also den Markt. Letzteres entspricht einem Leerverkauf und geschieht in der Regel über entsprechende Optionen. Die Differenz aus dem Kauf bestimmter Wertpapiere und dem gleichzeitigen Verkauf anderer Wertpapiere ergibt das Alpha, also den Gewinn.

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