Wissenswertes über Fonds
Steuer-Tücken bei Sparplänen

Bürger sollen mehr Verantwortung für die eigene finanzielle Versorgung im Alter übernehmen. Das ist der ausgesprochene Wille der Politik. Fondssparpläne sind in diesem Zusammenhang ein wichtiger Baustein. Doch mit der Einführung der Abgeltungsteuer konterkariert der Gesetzgeber seine Forderung nach mehr Eigenvorsorge. Worauf Fondssparer jetzt achten müssen.

DÜSSELDORF. Die Abgeltungsteuer sollte alles einfacher machen. Doch die Geschichte der Abgeltungsteuer mit ihren immer wieder neuen Nachbesserungen erinnert irgendwie an eines vom Murphy´s Gesetzen: In jedem großen Problem steckt ein kleineres, das gerne raus möchte. Eines der Probleme, mit denen Anleger demnächst konfrontiert werden, ist die steuerliche Behandlung von Fondssparplänen, die bereits bestehen. Bislang war die Besteuerung ganz im Sinne langfristigen Sparens ausgelegt: Anteile, die länger als zwölf Monate im Depot des Sparers lagen, konnten verkauft werden, ohne dass sich der Fiskus dafür interessierte. Wer über Jahre hinweg sein Vermögen mit Fonds aufgebaut hatte, konnte den Gewinn zum Beispiel im Alter dazu nutzen, seine Pension oder Rente aufzubessern. Wie gesagt: steuerfrei.

Ab 1. Januar 2009 ist damit Schluss. Gewinne aus Verkäufen von Anteilen, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden, müssen unabhängig von der Haltedauer mit 25 Prozent plus Solidaritätsbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuert werden. Die neue Regelung ist in vielfacher Hinsicht problematisch. "Die Bürger sollen zusätzlich zur gesetzlichen Rente Rücklagen schaffen. Andererseits wird der langfristige Vermögensaufbau mit Aktien und Fonds steuerlich nicht gefördert. Die Abgeltungsteuer entlarvt deshalb die Aussagen der Politiker, sie wollten Anleger dabei unterstützen, privat für das Alter finanziell vorzusorgen, als bloßes Lippenbekenntnis", sagt Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau (IVA). Problematisch sei aber auch die praktische Umsetzung der neuen Steuer bei alten Sparplänen. "Weder für Anleger noch für die Finanzämter wird die Berechnung leichter. Denn in Sparplänen sammeln sich ab kommendem Januar Wertpapiere, die dieselbe Kennnummer tragen und steuerlich doch ganz unterschiedlich behandelt werden", so Beck.

Hintergrund: Auch nach Einführung der Abgeltungssteuer gilt das sogenannte First-in-First-out-Prinzip oder abgekürzt Fifo: Wenn Anleger Aktien, Fondsanteile oder andere Wertpapiere verkaufen, gelten die zuerst gekauften Papiere auch als zuerst veräußert. Das führte bislang dazu, dass Anleger, die nach Jahren des Sparens nach und nach anfingen, die Erträge ihres Sparplans aufzubrauchen, diese Erträge in der Regel steuerfrei einstreichen konnten. Denn die zuerst verkauften Anteile wurden nach dem FiFo-Prinzip auch zuerst gekauft - dann oft schon vor Jahren und damit außerhalb der heute geltenden Spekulationsfrist. Auch fortan gilt: Alle Gewinne, die beim Verkauf von Fondsanteilen erzielt werden, die im Rahmen eines Sparplans bis Ende 2008 gekauft werden, sind nach mindestens einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

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