WM-Loch
Fondsmanager schreiben den Sommer ab

Ekkehart Schwartzkopff hat die jüngste Kursschwäche an den Aktienmärkten kommen sehen, und er hat auch eine Begründung dafür. "Die Fußballweltmeisterschaft ist Schuld", sagt der Münchener Vermögensberater, der seit 1968 an der Börse aktiv ist und für die Frankfurter Universal Investment den Mischfonds Star-Portfolio UI betreut.

HAMBURG. "Seit Jahrzehnten entwickeln sich die Kurse im WM-Jahr bis etwa vier Wochen vor dem Eröffnungsspiel überdurchschnittlich gut und brechen dann ein", so Schwartzkopffs Beobachtung. Erst im Oktober komme es regelmäßig zu einer Erholung.

Einen ähnlichen Verlauf erwartet der Universal-Berater auch für 2006. Als Reaktion hat er Mitte Mai die Barreserve seines Fonds auf knapp 50 Prozent angehoben, die noch gehaltenen Aktienbestände sind durch Terminkontrakte weitgehend abgesichert. Auf diese Weise gelang es ihm, die im Mai erlittenen Verluste auf zwei Prozent zu begrenzen.

Doch auch in den zwölf Monaten zuvor leistete Schwartzkopff gute Arbeit, wie der von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research durchgeführte Vergleich zum Stichtag 30. April zeigt: Mit einem Wertzuwachs von 41,63 Prozent belegt der Fonds Star-Portfolio UI unter 267 als flexibel kategorisierten Mischfonds den siebten Platz (s. Tabelle). Die überdurchschnittliche Entwicklung begründet Schwartzkopff mit seinem starken Engagement in Ländern wie Österreich, Irland oder Ungarn, die er auch für seinen Wiedereinstieg im Herbst favorisiert. Insgesamt prophezeit er den Aktienmärkten drei weitere starke Jahre, in denen erneut Aktien aus Basisindustrien sowie Energie- und Rohstofftitel am besten abschneiden sollten.

Deutlich stärkere Abschläge von über zehn Prozent musste im Mai der Ende April noch auf Rang eins liegende Fonds Starcap Europa der Frankfurter Vermögensverwaltung Starcapital hinnehmen. Dort verfolgt Berater Peter E. Huber von der Huber Portfolio AG einen stark momentumgetriebenen Ansatz, entsprechend hoch gewichtet waren zeitweise Unternehmen wie der Goldproduzent Anglo American oder der französische Verkehrstechnik- und Elektrokonzern Alstom gewichtet. Bei beiden Titeln hat Huber aber mittlerweile einen Teil der Gewinne mitgenommen. Huber sieht die weitere Entwicklung der Aktienmärkte ebenfalls skeptisch, glaubt aber nicht an eine markante Erholung im Herbst. "Die Höchststände für dieses Jahr dürften wir gesehen haben", sagt der Starcapital-Berater. Zur Vorsicht rät er insbesondere in Marktsegmenten wie Schwellenländern, Rohstoffen und Nebenwerten. Anders als Schwartzkopff beim Star Portfolio UI verzichtet Huber in seinem Fonds jedoch auf eine deutliche Aufstockung der Barreserve.

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