Zeit der Euphorie ist vorbei
Hedge Fonds lernen die Realität kennen

Das Jahr 2004 ist aus Sicht der Hedge Fonds bislang nicht gut gelaufen. Der Mittelzufluss ließ in jüngste Zeit leicht nach – in Deutschland blieb er gar deutlich unter den Erwartungen. Weltweit konnten die Verwalter der Fonds zudem nicht die guten Ergebnisse einfahren, die sie bisher gewohnt waren.

HBLONDON. Der relevante CSFB/Tremont Index aller Produkte erreicht in diesem Jahr nur ein Plus von 3,79 Prozent – deutlich unterhalb des von der US-Bank Citigroup ermittelten Schnitts seit 1990 von fast 12 Prozent jährlich. Und selbst diese Zahlen werden angezweifelt. Die Bundesbank kritisierte erst vor wenigen Tagen, dass der – bislang freiwillige – Ergebnisdienst der Hedge Fonds auch deshalb so positiv ausfällt, weil er etwa gescheiterte Fondsverwalter gar nicht einschließt und bei der Bewertung Spielräume lässt.

Ob die Daten nun zuverlässig sind oder nicht: Drohen die Hedge Fonds bald an ihrem eigenen Erfolg zu ersticken, wie es zuletzt häufiger hieß? Der jahrelange, massive Zufluss der Gelder in immer neue Anlage-Vehikel führt zwangsläufig dazu, dass sich die Gelegenheiten im Markt verringern. Die Citigroup kommt in einer Studie zwar zu dem Ergebnis, dass das risikobereinigte Ergebnis der Hedge Fonds deutlich vor Aktien und Anleihen liegt. Dennoch schätzt sie, dass sich die Ergebnisse früherer Jahre in Zukunft wohl nicht mehr wiederholen werden.

Die Phase der Euphorie ist damit einstweilen vorbei. „Die Investoren sind heute mehr denn je gefordert, sich die talentierten Manager mit guten Ergebnissen im richtigen Bereich auszusuchen“, sagt Laurent Fransolet von der US-Investment-Bank JP Morgan Chase. Dazu gehört auch der Blick für die richtige Strategie: Der Analyst kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass „Gelegenheiten dort am stärksten zurückgegangen sind, wo die Hedge-Fonds am aktivsten waren“. Konkret hätten sich die Chancen im Aktien- und Zinsgeschäft verringert. Im Kreditgeschäft gebe es sie dagegen weiter, aussichtsreich sei vor allem der High Yield-Bereich.

Als interessant bewertet JP Morgan auch den Markt für Kreditderivate an. Perspektiven biete zudem das Währungsgeschäft. Zwar sind die Hedge-Fonds hier bereits stark aktiv. Im Vergleich zum Gesamtmarkt erscheint ihr Volumen jedoch verschwindend gering. Auch mache die Vielzahl der Spieler im Markt, die von einzelnen Unternehmen bis zu Regierungen reicht, den Sektor attraktiv.

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