Zersplitterter Fondsmarkt
Wenn die große Auswahl die Rendite frisst

Ein riesiger Wust an Fonds ist in Europa auf dem Markt. Doch hinter dem Chaos steckt Methode: Wo sich Geld bewegt können die Fondsgesellschaften verdienen.
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DüsseldorfDie Fondsbranche in Europa ist wie ein Ameisenhaufen: Es tummelt sich eine riesige Menge an kleinen Teilnehmern – mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Fonds oft nicht so effizient sind wie ein Ameisenstaat.

Laut dem Research-Haus Lipper gibt es in Europa 35.110 zugelassene Fonds. In den USA sind es mit 7.514 Fonds nur gut ein Fünftel so viele. Doch in US-Fonds wird anderthalbmal so viel Vermögen verwaltet wie in den europäischen.

Der Markt in Europa ist fragmentiert. Durch gesetzliche und steuerliche Unterschiede werden sehr ähnliche Fonds immer wieder neu aufgelegt, um einen anderen Markt zu bedienen. Die Kosten trägt der Anleger: „Eine so große Menge an kleinen Fonds ist für die Anleger eindeutig ein Nachteil“, sagt Natalia Wolfstetter, Fondsexpertin im Analysehaus Morningstar. „Ein Fonds wird erst ab einem gewissen Volumen für die Fondsgesellschaft rentabel – wie soll er sich da für die Anleger lohnen?“

Diese Zersplitterung soll jetzt ein Ende haben. Seit dem 1. Juli des Jahres gilt die neue OGAW IV-Richtlinie der EU, die eine bessere Integration des europäischen Fondsmarktes zum Ziel hat. Vor allem heißt das: Fonds aus verschiedenen Ländern sollen verschmelzen, die Kosten dadurch sinken.

Doch es sieht ganz danach aus, dass diese Konsolidierung Wunschdenken bleibt. „Ob sich wirklich etwas tut, ist im Moment noch schwer zu sagen“, sagt selbst Rolf Drees vom Bundesverband für Investment und Asset Management (BVI), der Lobby der deutschen Fondsbranche. Auch mit einer wirksamen EU-Richtlinie bleiben immer noch einige Hürden: Wahrscheinlich müssten Länder bilateral klären, wie sie sich in Fragen wie der Versteuerung einigen.

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