Zertifikate
Fondsgesellschaften öffnen sich gegenüber Derivaten

Das Geschäft mit Derivaten boomt in Deutschland – ein Trend, der auch den Fondsgesellschaften nicht entgangen ist. Die Investmenthäuser suchen händeringend nach Konzepten, um der Konkurrenz durch Zertifikateemittenten zu begegnen.

FRANKFURT/M. Vor allem von Deutschlands größter Investmentgesellschaft DWS erwarten Finanzexperten eine Offensive. Seit einiger Zeit halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Deutsche-Bank-Tochter selbst ins Geschäft mit Zertifikaten, einer Spielart von Derivaten, einsteigen will. Die DWS hat sich zu den Spekulationen bisher nicht geäußert.

Das rasante Wachstum des Geschäftes spiegelt beispielsweise der Umsatzaufschwung bei den unter Privatanlegern beliebten Zertifikaten und Derivaten an der Stuttgarter Börse Euwax wider. In nur zwei Jahren schnellte die Zahl der gelisteten Produkte von rund 32 000 auf jetzt 69 000 nach oben. Hintergrund der Spekulationen über einen Einstieg der DWS in das Geschäft mit Zertifikaten ist der Wechsel von Stephan Kunze. Seit Anfang Oktober ist der frühere Vordenker der ABN Amro Bank für strukturierte Produkte – die Derivate als Bausteine einsetzen – Geschäftsführer der DWS. Zwei seiner Kollegen nahm er mit. Inzwischen sind weitere Experten zu dem Team gestoßen, was die Ambitionen unterstreicht.

Ein Einstieg wäre brisant, da die DWS unter ihrem Chef Axel Benkner direkt mit ihrer Muttergesellschaft konkurrieren würde – ein Novum in der deutschen Investmentgeschichte. Die Deutsche Bank ist Deutschlands führende Zertifikate-Emittentin, interessanterweise legt das Institut von Luxemburg aus aber auch eigene Investmentfonds auf. „Rein betriebswirtschaftlich kann es wohl kaum sinnvoll sein, in einem Konzern zweimal Ressourcen für das gleiche Geschäft vorzuhalten“, sagt ein Investmentbanker, der anonym bleiben möchte.

Die Zugänge von Derivateexperten bei der DWS bedeuten aber nicht zwingend, dass die Gesellschaft demnächst selbst Zertifikate verkaufen wird. Strukturierte Produkte können auch in andere Hüllen, beispielsweise in Fonds oder Schuldscheine – beliebt etwa mit Wertsicherungselementen – gekleidet werden. So sagt Markus Bertsch, bei der UBS Bank im Führungsgremium für Derivate: „Ich sehe keine Konkurrenz zwischen Fonds und strukturierten Produkten.“

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