Zertifikate
Sonnenbrand für Anleger

Mit der Emission des Dubai Top-Select-Zertifikats hat die Deutsche Bank als Emittentin ein denkbar schlechtes Timing bewiesen: Das Zertifikat verbrieft eins zu eins die Kursentwicklung der sieben größten Aktien der Börse Dubai und kam im November 2005 zu 100 Euro auf den Markt - ziemlich genau zum Höhepunkt der Spekulationsblase des Aktienmarkts des Wüstenemirats.

Inzwischen notiert das Zertifikat bei rund 45 Euro, ein Minus von 55 Prozent für Erstzeichner. Seit dem zyklischen Hoch bei 1266 Punkten Anfang November ging es für den Börsenindex Dubais um satte 65 Prozent auf zuletzt 440 Punkte abwärts - so übel kam kein anderes Aktien-Schwellenland unter die Räder.

Spekulativ orientierte Anleger mit viel Geduld für ihr Engagement können auf dem aktuellen Niveau ein Engagement in das heiße Zertifikat überdenken - sofern sie mit einer extremen Volatilität leben können. Denn der Markt ist geprägt von Privatanlegern und hartgesottenen lokalen Zockern, institutionelle Investoren gibt es kaum. Kein Wunder: Derzeit verzeichnet die örtliche Börse Umsätze von umgerechnet unter 100 Millionen Euro pro Tag, davon vereinigt das Immobilien-Schwergewicht Emaar Properties - auch im DB-Zertifikat der am größten gewichtete Wert - meist die Hälfte auf sich.

» Dubai Top Select Zertifikat

Wirtschaftlich läuft es ohnehin rund für die Emirate (VAE), und mit einem Pro-Kopf-Einkommen von über 25.000 US-Dollar gehören die VAE zu den reichsten Ländern der Erde. Das reale Wirtschaftswachstum im Jahr 2005 betrug acht Prozent, 2006 sollen es 6,5 Prozent werden. Zugleich erwirtschafteten die Vereinigten Arabischen Emirate dank des hohen Ölpreises in 2005 einen Haushaltsüberschuss von acht Milliarden Euro, und die ausländische Direktinvestitionen verdoppelten sich auf umgerechnet 15 Milliarden Euro - das schafft Spielraum für die gigantischen Investitionen in Immobilien und Infrastrukturprojekte. Problematisch ist allerdings die Inflationsrate von sieben prozent pro Jahr, sie soll allerdings bis Jahresende auf vier Prozent sinken.

Nicht nur die Einnahmenseite schafft dank der Ölexporte Wettbewerbsvorteile im Prozess der Globalisierung: Heerscharen von Gastarbeitern aus Indien, Pakistan, Bangladesch und den Philippinen arbeiten Tag und Nacht zu Tageslöhnen von umgerechnet fünf bis sieben Euro.

Zugleich hat der Crash in Raten an der Börse Dubai auch Luft aus den Bewertungen der heißgelaufenen Aktien abgelassen. Insgesamt sind Aktien an der Börse Dubai derzeit mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 für das laufende Jahr bewertet.

Für an einer Geldanlage in den Volkswirtschaften des mittleren Osten interessierte Anleger veranstaltet T & F Events auch in Kooperation mit der Dubai International Financial Exchange (DIFX) am 19. Juli in London die wohl größte Konferenz ihrer Art mit dem Thema "Middle East Stock Markets".

Die eintägige Konferenz examiniert das Wachstum und die Perspektiven der Aktienmärkte im mittleren Osten und künftige IPOs. Prominente Redner umfassen die CEOs der Börsenplätze Kuwaits, Jordaniens, Agyptens und mit Nasser Al Shaali auch den COO der DIFX der Börse Dubai.

Das vollständige Programm der Konferenz kann im Internet hier » www.event-solutions.info/pages/event.asp?ecode=BH1035&content=agenda eingesehen werden.

Weitere Informationen und Anmeldungzur Konferenz unter » www.tandfevents.com/middleeast/

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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