Zertifikateanbieter differenzieren sich über Service
Bei Anlage-Produkten bleibt Defensive Trumpf

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Seit Jahren wachsen sowohl der Umsatz als auch die investierten Gelder in Derivaten. 1995 lag der börsliche und außerbörsliche Jahresumsatz noch bei 25,5 Mrd. Euro.

Im vergangenen Jahr waren es bereits 187 Mrd. Euro, die in Hebelprodukten und Anlagezertifikaten umgesetzt wurden. Dabei verschieben sich die Marktanteile immer mehr zugunsten der Anlageprodukte. Während in den 90-er Jahren der Derivatemarkt klar von spekulativen Anlegern dominiert wurde, sind heute mehr mittel- und langfristige Investoren in diesem Segment aktiv. Im Februar wurden an deutschen Börsen Derivate im Wert von etwa 3,3 Mrd. Euro umgesetzt. Dabei entfielen 62 Prozent auf Anlageprodukte und nur 38 Prozent auf Hebelpapiere. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den investierten Geldern. Das Derivate Forum, eine Interessengemeinschaft von Emittenten, schätzt das in Derivaten investierte Vermögen deutscher Anleger auf knapp 50 Mrd. Euro. Dabei entfallen mehr als 99 Prozent auf Anlageprodukte.

Bei den Anlagezertifikaten ist Defensive Trumpf. Gut 45 Prozent der investierten Gelder stecken in Garantiezertifikaten. Weitere 15 Prozent sind in Bonuszertifikaten, Discountzertifikaten und anderen Produkten mit Teilschutz angelegt. Aus diesen Zahlen lassen sich zwei Dinge ablesen: Zum einen ist das Sicherheitsbedürfnis der Privatinvestoren nach wie vor hoch. Zum anderen ist der Derivatemarkt zu einem sogennanten Vertriebsmarkt geworden. Die Emittenten generieren das Gros ihrer Umsätze über Partner wie Discountbroker, private Filialbanken, Sparkassen oder Genossenschaftsbanken. Für den Vertriebspartner macht der Verkauf nur Sinn, wenn dabei eine Provision erwirtschaftet wird - ähnlich läuft der Vertrieb bei Investmentfonds und Lebensversicherungen. Es zeigt sich, dass es für den Vertrieb interessanter ist, ein vergleichsweise margenstarkes Zertifikat zu verkaufen.

Der Trend zu Garantieprodukten wird also anhalten. Anleger erwarten dabei mehr als "nur" eine Kapitalgarantie zum Fälligkeitstag. Derzeit stark gefragte Produkte bieten 80 oder 90 Prozent Kapitalgarantie ohne Laufzeitbegrenzung im Vier-Wochen-Rhythmus. Auch eine Mindestverzinsung oder eine überdurchschnittliche Partizipation sind angesagt. Nach Abzug der Bankgebühren und des Inflationsausgleichs soll kein Verlust entstehen.

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