Zinserhöhung USA
Der Dollar bestimmt die Strategien der Rentenfonds

Ein global investierender Rentenfonds kommt an einer ordentlichen Portion US-Dollar-Anleihen nicht vorbei - so sollte man meinen. Zumindest 2005 wäre es sogar ein gutes Geschäft gewesen, in die Weltwährung Nummer eins zu investieren: Sie legte gegenüber dem Euro um 13 Prozent zu.

HB HAMBURG. Dass es jedoch auch anders geht, beweisen Alex Calvo und Michael Hasenstab von Franklin Templeton. Obwohl die beiden Manager des Templeton Global den Dollar nur mit rund 13 Prozent im Fonds gewichteten, erzielten sie in den vergangenen zwölf Monaten (Stichtag: 30. November) ein Plus von 9,31 Prozent. Damit führen sie die Liste der zehn größten weltweit investierenden Rentenfonds an, insgesamt belegen Calvo und Hasenstab unter 187 vergleichbaren Angeboten Rang 19 (Tabelle).

Statt in US-Titel investierte das Templeton-Duo bevorzugt in auf kanadische und neuseeländische Dollar lautende Papiere, die ebenfalls mit zweistelligen Währungsgewinnen glänzten. Dem US-Dollar steht es dagegen nach wie vor skeptisch gegenüber. "Angesichts der anhaltend schwachen US-Zahlungsbilanz rechnen wir über kurz oder lang mit einer Abwertung", sagt Calvo. Die amerikanische Regierung müsse sich durch die Minusbeträge im Ausland immer stärker verschulden. Darüber hinaus werde die Notenbank Fed den Leitzins voraussichtlich, wenn überhaupt, nur noch einmal erhöhen. Beide Faktoren werden Calvo zufolge dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Dollar abnimmt und die Währung an Wert verliert.

Anstatt auf US-Anlagen konzentrieren sich Calvo und Hasenstab lieber auf die asiatischen Währungen - außer dem japanischen Yen. Dort spiegele sich die wirtschaftliche Entwicklung noch nicht ausreichend in den Wechselkursen wider, so Calvo. Die Aufwertung des chinesischen Yuan gegenüber dem Dollar im Juli 2005 sei nur ein erster Schritt gewesen. Bereits jetzt macht ihr neuer Favorit, der südkoreanische Won, über 14 Prozent des Fondsvermögens aus.

Cedric Morisseau von der französischen Crédit Agricole hat eine völlig andere Sicht der Dollar-Welt. Der Manager des CA Funds Global Bond Classic von Credit Agricole erreichte im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich ein Plus von 8,9 Prozent und belegt damit in der Liste der zehn Schwergewichte den zweiten Platz.

Morisseau geht von einem gegenüber Euro und Yen weiter kräftig anziehenden Dollar aus. Seiner Meinung nach wird die Inflation in den USA so hoch bleiben, dass die Fed den Leitzins noch mehr als einmal erhöhen muss. Da die Mehrzahl der Marktteilnehmer dies nicht erwarte, dürfte diese Verteuerung im aktuellen Wechselkurs zum Euro noch nicht enthalten sein. Der Credit-Agricole-Manager ist bereits entsprechend positioniert: Anlagen im Dollar machen aktuell rund 40 Prozent des Fondsvermögens aus.

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