Zinseszinseffekt wird oft unterschätzt
Dividendenfonds erzielen hohe Renditen

Investmentfonds mit dem Anlageschwerpunkt auf dividendenstarke Werte zählen seit Monaten zu den beliebtesten Anlagevehikeln. Binnen zwei Monaten sammelte allein der DWS Top Dividende mehr als 600 Mill. Euro ein und verwaltet nun ein Vermögen von knapp drei Mrd. Euro. Auch andere Dividendenfonds sowie Zertifikate, die eine Investition in die dividendenstärksten Werte eines Indexes verbriefen, stehen ganz oben auf der Kaufliste der Investoren.

HB DÜSSELDORF. Gelder, die den Aktionären über die Dividende zufließen, können vom Unternehmen nicht verschwendet werden. „Was die Unternehmen in bar ausschütten, das hat man sicher“, sagt Murdo Murchison, Manager des Templeton Growth Aktienfonds. Die derzeit herrschende Dividendeneuphorie ruft bei vielen Anlegern aber auch böse Erinnerungen an die Aktienblase bis zum Jahr 2000 hervor: Seinerzeit blähten hohe Mittelzuflüsse in spezialisierte Fonds die Kurse von Aktien aus Branchen wie Medien, Telekommunikation und Nebenwerte für kurze Zeit unnatürlich auf, ehe der Boom in einem rasanten Absturz mündete.

Vieles spricht jedoch dafür, dass es sich bei dem aktuellen Trend hin zu Dividendenvehikeln nicht um eine gefährliche Mode handelt, sondern um eine sinnvolle und lukrative Investition, die langfristig orientierten Anlegern hohe Renditechancen eröffnet, die über eine Direktanlage in Aktien nicht möglich sind.

Mit Blick auf die Dividende hat die Direktanlage in Aktien für Anleger einige Nachteile. Zum einen ist die für die langfristige Rendite wichtige Reinvestition der Dividenden in neue Aktien für die meisten Anleger kaum umzusetzen. Sie lohnt meist erst ab einem sechsstelligen Anlagebetrag, da sonst die Order- und Transaktionskosten im Vergleich zur wiederangelegten Summe zu hoch ausfallen. Zudem verlocken Ausschüttungen viele Anleger zum kurzfristigen Konsum.

Doch erst der häufig unterschätzte Zinseszinseffekt der Wiederanlage hebelt den Ertrag aus einer Aktien- und Fondsanlage über die Jahre erheblich. Wer etwa im Jahr 1980 BASF-Aktien im heutigen Wert von 5 000 Euro erwarb, erzielte einschließlich Dividenden eine Rendite von zehn Prozent pro Jahr und verfügt heute über rund 54 000 Euro. Die konsequente Wiederanlage der jährlichen Dividende in neue Aktien hätte den Ertrag jedoch um fast das Doppelte auf rund 101 000 Euro gehebelt.

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