Zukunft der Fondsbranche
Mut zum Müßiggang

Boom der Zertifikate, massiver Mittelzufluss in Indexprodukte und am Horizont die Abgeltungsteuer: Deutschlands Fondsbranche steht vor großen Herausforderungen. Worauf es für Anleger ankommt, um auch in Zukunft hohe Erträge zu erzielen.

Sie schauen gerne "Wer wird Millionär?" im TV? Dann qualifizieren Sie sich jetzt für die Hauptrunde: Sortieren Sie die Erträge der folgenden Kategorien von Aktienfonds über die letzten zehn Jahre, beginnend mit der Kategorie mit der höchsten Rendite: A) Aktien Nordamerika B) Aktien Schwellenländer C) Aktien Europa und D) Aktien Schweiz! Sie setzen die Schwellenländer, derzeit als Garant für dreistellige Kursgewinne in aller Munde, auf Platz 1? Falsch. Denn mit einem durchschnittlichen jährlichen Zugewinn von 10,2 Prozent pro Jahr lieferten ausgerechnet Aktienfonds für schweizerische Aktien in den vergangenen zehn Jahren die höchsten Zuwächse der vier Kandidaten. Ein Kauf 1997 hätte sich binnen zehn Jahren fast verzweieinhalbfacht.

Das zeigt die Auswertung der Standard & Poor's Fund Awards 2007, die der New Investor in dieser Ausgabe exklusiv publiziert. Aktienfonds aus Schwellenländern schafften im gleichen Zeitraum nur 9,2 Prozent Rendite, Aktienfonds Europa brachten 9,0 Prozent und Aktienfonds für Nordamerika erzielten im Vergleichszeitraum sogar nur 6,2 Prozent Ertrag pro Jahr.

Die Siegerfonds des Standard & Poor's Fund Awards 2007

Das beweist: Auf lange Sicht zahlt sich antizyklisches Denken aus. Denn gerade vom schweizerischen Aktienmarkt mit den vermeintlich biederen Finanz-, Konsum- und Pharmawerten wollte Mitte der Neunzigerjahre - also zu Beginn des zehnjährigen Betrachtungszeitraums der Fund Awards - kaum ein Investor etwas wissen. Das Lieblingsthema jener Zeit waren Technologiewerte und dann der Neue Markt. Wie diese Modewelle endete, spüren viele Anleger noch heute schmerzlich in ihrem Depot.

Auch derzeit haben Deutschlands Anleger wieder eindeutige Lieblinge. Ein Blick auf die Absatzstatistiken des Branchenverbands BVI zeigt: Gefragt sind vor allem Trendfonds, während klassische Aktienfonds auf der Verkaufsliste stehen. Nettozuflüsse verzeichneten neben bombensicheren Geldmarktfonds die Trendprodukte für die Anlage in BRIC-Staaten, Rohstoffaktien und Schwellenländer allgemein (siehe auch S. 16). Aus klassischen Aktienfonds hingegen zogen die Anleger Gelder ab.

Sind die Trendfolger ihrer Zeit voraus? Oder ist es jetzt Zeit, wieder zu den Klassikern zu greifen? Noch gibt die Kursentwicklung den Schwellenländeroptimisten zumindest auf kurze Sicht recht. In der Kategorie Aktien erzielten diese Fonds über fünf Jahre im Schnitt Renditen von 17 Prozent pro Jahr. Globale Aktienfonds hingegen schafften in diesem Zeitraum gerade zwei Prozent Zuwachs. Und auch im Anleihesegment erzielten Fondsanleger mit Investmentfonds für Schwellenländeranleihen über fünf Jahre eine jährliche Rendite von durchschnittlich 9,3 Prozent. Das ist mehr, als die meisten Investoren langfristig aus einer Aktienanlage erwarten.

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