Zusammenschlüsse in Europa mischen Rangliste der Vermögensverwalter auf Steigende Kosten zwingen Fondsgesellschaften zu Fusionen

Der europäische Markt für Vermögensverwaltung kommt in Bewegung: Die Mega-Fusionen von Unicredito und Hypo-Vereinsbank (HVB) sowie der Fondssparten von Crédit Agricole und Banca Intesa (Nextra) machen Schlagzeilen.
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FRANKFURT/M. Steigende Kosten im Finanzgeschäft, die Öffnung der europäischen Banken und Vermittler für Fremdprodukte sowie die Suche nach grenzüberschreitenden Absatzmöglichkeiten treiben die Restrukturierungen voran. „Deshalb werden wir in den kommenden Jahren weitere Zusammenschlüsse sehen“, sagt Alain Ainsworth, Mitglied des Führungsgremiums beim britischen Fondshaus Threadneedle.

Die aktuellen Deals verschieben die Kräfteverhältnisse auf dem europäischen Markt für Asset-Manager. Allein bei den auf Privatanleger zielenden Publikumsfonds spielen sich Crédit Agricole und Intesa mit einem gesammelten Vermögen von 203 Mrd. Euro auf den ersten Platz – für die Deutsche Bank mit ihrem Fondshaus DWS bleibt nur noch Rang zwei (siehe Grafik). Getrieben durch den Unicredito-HVB-Deal werden deren Fondseinheiten Pioneer bzw. auf deutscher Seite insbesondere Activest mit 115 Mrd. Euro an die vierte Stelle rücken. Inklusive der institutionellen Gelder geht es im ersten Fall sogar um 430 Mrd. Euro, im zweiten um 200 Mrd. Euro.

Marktexperten begründen die Fusionen „mit steigenden Ausgaben für Informationstechnologie und für den Vertrieb“, wie Ainsworth in London sagt. Ganz ähnlich registriert Sven-Erik Knoop, Leiter europäischer Privatkundenvertrieb bei der DWS, „starken Fixkostendruck gerade bei kleineren Fonds in den Bereichen Verwaltung, Portfoliomanagement, Research und Vertrieb“.

Die steigenden Kosten bringen Konzerne mit angeschlossener Vermögensverwaltung in Zugzwang. „Druck entsteht dort, wo Asset-Management-Einheiten von Versicherungen oder Banken mitgeführt werden, ohne dass die Sparten profitabel sind“, sagt Martin Theisinger, Sprecher der Geschäftsführung von Schroder Investment Management Deutschland. Ein Londoner Bankenanalyst merkt an: „Banken und Versicherer sind schlechte Asset-Manager, denn das ist nicht ihre Kernkompetenz – die müssten die Sparten eigentlich verkaufen.“

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