Zweistellige Renditen möglich
Asien gilt bei Rentenexperten als wenig attraktiv

Fonds für Schwellenländeranleihen boomen und bescheren Anlegern seit Jahren Top-Ergebnisse – ein Eindruck, der bei näherer Betrachtung täuscht.

HB HAMBURG. Das bestätigt der Vergleich der in dieser Kategorie zusammengefassten Angebote für Hochzinstitel. So brachten die am Ende des Feldes liegenden MLIIF Asian Tiger Bond von Merrill Lynch und Parvest Asian Bond von BNP Paribas in den vergangenen zwölf Monaten weniger ein als traditionelle Euro-Anleihen, und über drei Jahre verlief die Entwicklung sogar negativ.

Für die schwache Performance zeichnen vor allem zwei Umstände verantwortlich. Zum einen orientieren sich beide Fonds an einem Referenzindex, der zu 100 Prozent auf US-Dollar lautende Papiere enthält. Verglichen mit dem Stand vom Sommer 2002 liegt die US-Währung gegenüber dem Euro trotz der jüngsten Erholung noch immer mit fast 25 Prozent im Minus. Zum anderen verzeichneten asiatische Staatsanleihen und Firmenbonds längst nicht so spektakuläre Zuwächse wie Papiere aus anderen Regionen.

„Die Musik spielte vor allem in Brasilien und der Türkei“, bestätigt Aldo Roldan. Der Merrill-Lynch-Manager betreut den Asian Tiger Bond Fund und seit 1998 auch einen globalen Schwellenländerfonds, dessen in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Variante erst im Oktober 2004 aufgelegt wurde. Beide Länder hätten in den vergangenen drei Jahren ähnlich dramatisch an Kreditwürdigkeit gewonnen wie Südkorea oder Thailand nach der Asien-Krise 1997. Weil viele Asien-Titel guter Bonität gegenüber US-Staatsanleihen aktuell lediglich mit Renditeaufschlägen von weniger als einem Prozentpunkt notieren, sieht Roldan breiter gestreute Fonds zunächst weiter im Vorteil.

Eine Einschätzung, die von Jerome Booth ausdrücklich unterstützt wird. „Mit Anleihen aus Brasilien oder Russland lassen sich auch in den kommenden zwölf Monaten zweistellige Renditen erzielen“, betont der Research-Chef von Ashmore Investment Management in London. Die genannten Länder sind im aktuell an der Spitze der Rangliste liegenden Ashmore Emerging Markets Debt Fund, für den es je eine Dollar- und eine Euro-Variante gibt, mit mehr als 30 Prozent gewichtet. Dies sei jedoch eine Momentaufnahme, so Booth: „Ein Teil unseres Erfolgs beruht auf einem sehr aktiven Managementstil. In einigen Monaten bereits kann das Portfolio komplett anders aussehen.“

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