Zweitmarkt Plus AG zahlungsunfähig
Fondsbörse stellt Antrag auf Insolvenz

Die Zweitmarkt Plus AG hat Insolvenz angemeldet, die Börse Berlin AG war als Anteilseignerin nicht bereit, neues Geld nachzuschießen. Die Entwicklung der Zweitmarkt Plus habe nicht den Erwartungen entsprochen, sagte eine Sprecherin.

BERLIN. Die Zweitmarkt Plus AG hat Anfang des Monats Insolvenz beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg angemeldet (Az.: 36z IN 3398/08). Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Berliner Rechtsanwältin Petra Hilgers berufen. Die Börse Berlin AG, die mit 50 Prozent an der Handelsplattform für gebrauchte Anteile an geschlossenen Fonds beteiligt ist, war nicht bereit, weiteres Geld nachzuschießen. Dies sei eine betriebswirtschaftliche Entscheidung gewesen, sagte eine Sprecherin der Börse. Die Entwicklung der Zweitmarkt Plus habe nicht den Erwartungen entsprochen´.

Frank Heimsaat, Vorstand der im April 2007 gestarteten Zweitmarkt Plus, sagte, der Handel werde ohne Beeinträchtigung weiterlaufen, bis ein Investor gefunden ist. Zurzeit würden Verhandlungen mit zwei Interessenten geführt, hieß es aus dem Umfeld. Dort wird auch kolportiert, dass die Insolvenz hätte vermieden werden können, wenn die Börse Berlin zügiger über den Verkauf von Anteilen verhandelt hätte. Ein Vorwurf, den die Börse nicht kommentiert.

Ob die Börse Berlin nach dem Einstieg eines neuen Investors noch an Zweitmarkt Plus beteiligt bleibt, macht Börsenvorstand Jörg Walter vom künftigen Konzept abhängig. Die Bremer Beteiligungsfirma Quorum Treuhandgesellschaft, der die übrigen Anteile gehören, ist nach den Worten ihres Miteigentümers Wolfgang Wiesmann bereit, die Anteile abzugeben. Die Vermutung, eine andere Börse sei am Kauf von Zweitmarkt-Plus-Anteilen interessiert, wollte Wiesmann nicht kommentieren.

Der Zweitmarkt für geschlossene Fonds wächst seit Jahren. Unter den vier großen Handelsplattformen ist Zweitmarkt Plus mit einem Umsatz von Anteilen im Nominalwert von 19,2 Mill. Euro vom Start im April 2007 bis Ende März 2008 die kleinste. Die mit den Börsen in Hamburg und Hannover verbunden Fondsbörse Deutschland kam im ersten Halbjahr 2008 auf 61,3 Mill. Euro, die Wettbewerber Deutsche Sekundärmarkt auf knapp 63 Mill. Euro und Deutsche Zweitmarkt auf 46 Mill. Euro.

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