Zwölf-Monats-Ergebnisse
Lateinamerika-Fonds setzen auf Konsumtitel

An Lateinamerikas Börsen ging es zwischen 2004 und 2006 steil bergauf, im Durchschnitt mit bis zu 40 Prozent pro Jahr. Daran gemessen sind die jüngsten Zwölf-Monats-Ergebnisse der Lateinamerika-Fonds enttäuschend. Ingesamt sind die Aussichten für die Region aber unverändert positiv.

HAMBURG. Lateinamerika-Fonds bewegen sich zwischen 15,37 Prozent beim Magna Latin American Fund von Charlemagne und 3,73 beim DWS Lateinamerika (Tabelle). Schuld war unter anderem der Kurssturz in China, der Ende Februar besonders in Brasilien ähnlich hohe Verluste nach sich zog.

"Die Börse in Sao Paulo gehörte in den vergangenen vier Jahren zu den attraktivsten Aktienmärkten der Welt und war damit besonders anfällig für Gewinnmitnahmen", begründet Stefan Herz den Kurseinbruch. Mit einem Minus von 3,61 Prozent konnte der Manager des Magna Latin American Fund die im Februar erlittenen Verluste begrenzen. "Wir waren unter anderem im brasilianischen Immobiliensektor leicht untergewichtet", erläutert Herz. Die Branche habe sich wegen vieler anstehender Börsengänge sehr schwach entwickelt.

Insgesamt beurteilt der Charlemagne-Manager die Aussichten für die Region jedoch unverändert positiv. "Die Fundamentaldaten sind weiter gut, Politik ist in den großen Ländern kein kritisches Thema mehr, und die Währungen sind stabil", begründet er. Allzu üppige Kurssprünge erwartet Herz vorerst dennoch nicht. Auf dem größten Aktienmarkt Brasilien seien die Bewertungen nicht mehr so günstig wie noch vor einigen Monaten. "Hinzu kommt, dass wir viele der anstehenden Börsengänge für zu teuer halten", sagt Herz. Trotzdem hat er das Land im Magna Latin American Fund derzeit mit 58 Prozent gewichtet, vier Prozentpunkte höher als der Vergleichsindex MSCI Latin America.

"Im internationalen Vergleich gehört Brasilien weiter zu den am günstigsten bewerteten Märkten", sagt Mark Mobius. Der Manager des zweitplatzierten Templeton Latin America Fund sieht für 2007 ein ähnlich hohes Kurspotenzial wie 2006, als sein Fonds in Euro gerechnet fast 38 Prozent zulegte.

"Sinkende Arbeitslosenquoten und steigende Reallöhne stabilisieren die Binnennachfrage und tragen so dazu bei, dass die Region weniger anfällig für negative Einflüsse der globalen Konjunktur wird", begründet Mobius seinen Optimismus. Dementsprechend bevorzugt er Unternehmen, die von dieser Entwicklung profitieren: Telekomwerte wie America Movil gehören dazu, Tabak- und Lebensmittelproduzenten. Auch Herz beurteilt die Aussichten für Konsumwerte günstig. Zu seinen Favoriten gehören derzeit unter anderem die Einzelhandelsketten Lojas Renner und Grupo Famsa. Ähnlich wie Mobius hält er zudem Unternehmen aus dem Infrastruktursektor für aussichtsreich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%