Zwölf-Monats-Übersicht
Aktien-Dachfonds investieren wieder mehr

Wer kurz vor Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 an der Börse eingestiegen ist, dürfte noch etwas Geduld benötigen, um die Einstiegskurse wiederzusehen. Die deutschen Dachfonds mit Schwerpunkt auf Aktienfonds liegen noch fast 18 Prozent hinter ihrem Stand Mitte 2007 - und Manager meiden weiterhin Finanz- und Energiewerte.

HAMBURG. Etwas besser lief es für den fünftplatzierten Best Invest Chance der Postbank, der Anlegern knapp ein Drittel der Verluste ersparte. Fondsmanager Johannes Maier investiert zwar über die Hälfte des Fonds am Aktienmarkt. Konservative Anlageklassen wie Renten- und Immobilienfonds machen aber rund 40 Prozent des Portfolios aus.

Im Aktienbereich nahm Maier einige Änderungen vor: "Den DWS Finanzwerte zum Beispiel haben wir komplett verkauft." Stattdessen nahm er den World Gold Fund von Blackrock ins Portfolio auf. "Gold dient als Inflationsschutz", begründet Maier. "Zudem weisen Goldminenaktien derzeit im historischen Vergleich niedrige Bewertungen auf." Mit dem Franklin US Opportunities setzt der Postbank-Manager zudem auf eine Erholung der krisengeschüttelten US-Wirtschaft. Im Rohstoffbereich schützt er sich vor einem sinkenden Ölpreis: "Wir haben unser Portfolio um den Easy ETF GS Non Energy ergänzt." Der Indexfonds bildet die Preise für Terminkontrakte auf 18 verschiedene Agrarrohstoffe und Metalle ab. Energierohstoffe dagegen sind bei diesem Index ausdrücklich ausgeschlossen.

Dass Direktinvestments in die Terminpreise für Öl und Gas nicht für eine überdurchschnittliche Rendite von Nöten sind, beweist der erstplatzierte RAM Dynamisch, ein DWS-Fonds, den der Wiener Vermögensverwalter Arts Asset Management für den Hamburger Versicherer Deutscher Ring verwaltet. Fondsberater Leo Willert investiert nur in Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds. Je nach Markterwartung kann er bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens in Zielfonds für eine der Anlageklassen investieren.

Sein Portfolio besteht zu knapp einem Drittel aus Rentenfonds. Geldmarktfonds kommen auf rund ein Viertel, Aktienfonds auf weniger als ein Zehntel. Allerdings lag die Aktienquote im März noch bei Null.

Bei der Aufteilung seines Portfolios richtet sich Willert nach einem selbst entwickelten Handelsprogramm, das täglich neu versucht, Trends an den Finanzmärkten aufzuspüren. "Das System versucht aber nicht, Trends vorwegzunehmen", erklärt Willert. "Stattdessen investieren wir erst, wenn sich der Trend etabliert hat." Dem Aktienmarkt nähert er sich zwar nur mit einem geringem Portfolioanteil, investiert aber offensiv: Die größten Positionen aus dem Aktienbereich sind die Wachstumswerte-Fonds Carmignac Euro-Entrepreneurs, DWS Astra Fonds und KBC Growth by Innovation.

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