Zwölf-Monats-Übersicht
Asienfonds bevorzugen unterschiedliche Branchen

„Mark Mobius ist ein Star-Manager, der sich herzlich wenig um die gängige Marktmeinung und die Zusammensetzung von Vergleichsindizes schert“, beschreibt Thomas Portig, Investment-Chef der Münchener Analysegesellschaft H.C.M. Capital Management, den Schwellenländer-Pionier von Franklin Templeton. Wie treffend diese Einschätzung ist, zeigt die aktuelle Portfoliostruktur des Templeton Asian Growth.

HAMBURG. Während etwa Thailand im MSCI-Asia-ex-Japan-Index kaum eine Rolle spielt, ist Mobius mit rund einem Viertel des Portfolios in diesem Land investiert, darunter im größten Unternehmen PTT.

„Der Gaserzeuger steht stellvertretend für die thailändische Wirtschaft, die nach den Erschütterungen durch die Asienkrise, den Tsunami und den Militärcoup eine erfolgreiche Wende vollzogen hat“, sagt Mobius, dessen Fonds in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 12,05 Prozent verbuchte. Damit belegt der rund 5,3 Mrd. Euro schwere Klassiker Rang neun von 134 bei Feri Rating & Research gelisteten Asien-Fonds (Tabelle). Als Treiber der Wertentwicklung sieht Mobius auch den Energiesektor, in dem gut ein Drittel des Portfolios steckt. Auch die Gewichtung von Rohstoffen mit rund 16 Prozent habe sich als lukrativ erwiesen.

Eine mit einer Gewichtung von zusammen 16 Prozent weitaus kleinere Rolle spielen die Bereiche Energie und Rohstoffe im Portfolio des auf Rang drei liegenden M&G Asian Fund. Er grenzt sich damit deutlich vom weitaus bekannteren Schwesterfonds M&G Global Basics ab, in dem diese Sektoren generell hoch gewichtet sind. Stattdessen bevorzugt das Manager-Duo Michael Godfrey und Matthew Vaight die Bereiche Finanzdienstleistungen, Technologie und Verbrauchsgüter. Diese machen rund die Hälfte des Portfolios aus. Auch auf Länderebene setzen die seit März amtierenden Nachfolger von Aled Smith andere Akzente als Mobius und gewichten etwa Thailand mit nur rund fünf Prozent.

Indien spielt mit einem ähnlichen Anteil eine geringere Rolle als im Templeton Asian Growth, der dort mit 15 Prozent investiert ist.

„Insgesamt fahren die M&G-Manager einen deutlich defensiveren Ansatz als Mobius, dessen hohe Einzelwetten nicht immer aufgehen“, urteilt Portig. Bislang gehörte der Fonds zu seinen Favoriten für die Anlageregion Asien. „Aled Smith hat bei stets unterdurchschnittlichem Risiko überdurchschnittliche Erträge erwirtschaftet“, sagt der Fondsanalyst. Sollten Smiths Nachfolger an dessen Erfolge anknüpfen, würde Portig diesen Fonds dem Templeton Asian Growth weiter vorziehen. „Mark Mobius ist kein Fondsmanager für Anleger mit schwachen Nerven und damit nicht jedem Anleger zu empfehlen“, sagt er.

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