Zwölf-Monats-Übersicht
Bankaktien sorgen für Renditeknick

Bei Europa-Aktienfonds zeigt sich derzeit ein ungewohntes Bild: Börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs), liegen im aktuellen Renditevergleich von 371 Produkten am Ende der Rangliste. Üblich ist es dagegen eher, dass ETFs in entwickelten Aktienmärkten aktiv gemanagten Fonds zumeist überlegen sind.

HAMBURG. Die aktuelle Schwäche der Indexprodukte erklärt sich jedoch anhand ihrer Konzentration auf Firmen, die einen Großteil ihrer Gewinne als Dividende ausschütten: So orientieren sich die zwei letztplatzierten ETFs von IShares und Lyxor am Strategieindex Stoxx Select Dividend 30.

Jedes zweite der 30 Unternehmen im Index stammt aus dem Finanzsektor, der von der US-Hypothekenkrise hart getroffen wurde. "Insbesondere Aktien von Banken und britischen Baufinanzierern waren durch Kursabschwünge gekennzeichnet", berichtet Xiaohu Zhou. Er ist Fondsmanager des Cominvest Selektion Dividende, der auf Jahressicht um 40 Prozent an Wert verlor und damit auf dem fünftletzten Platz landet.

An seiner Anlagepolitik will Zhou aber nicht rütteln. Der Cominvest-Manager orientiert sich bei der Auswahl der Einzeltitel an der Dividendenrendite. Diese Kennzahl beträgt für die Firmen im Fonds durchschnittlich 5,7 Prozent. Zum Vergleich: Beim marktbreiten Vergleichsindex MSCI Europe sind es nur 3,9 Prozent. "Wegen unseres quantitativen Konzepts war der Fonds stark im Finanzsektor engagiert", sagt Zhou. Zu Beginn der Finanzkrise machte der Bankensektor knapp ein Fünftel des Fonds aus, aktuell liegt die Quote bei 18,4 Prozent.

Ganz anders sieht es beim DJE - Absolut aus, der als Drittplatzierter vorne mitspielt. Manager Eberhard Weinberger hält sich von Banktiteln momentan komplett fern. Bei ihm haben Unternehmen aus dem Bereich Grundstoffe das höchste Gewicht. Wichtigster Einzeltitel aus diesem Sektor ist der Kasseler Düngemittelproduzent Kali + Salz, deren Aktienkurs sich im vorigen Jahr mehr als verdreifachte. Auch in Zukunft will Weinberger sich vorsichtig am Aktienmarkt engagieren: "Zum Einigeln in schwierigen Zeiten investiere ich zum Beispiel in Chemieaktien wie BASF." Ein weiterer Grund für Weinbergers relativ moderate Wertverluste ist, dass er knapp 40 Prozent des Fonds als Barmittel hält - vor einem Jahr waren es erst 15 Prozent. Diese hohe Cash-Quote des DJE-Fonds wertet Matthias Reinhardt vom Freiburger Vermögensverwalter Reinhardt & Foldenauer als Vorteil: "Der Fondsmanager kann flexibel in den Markt einsteigen, wenn es wieder aufwärts geht."

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