Zwölf-Monats-Übersicht
China-Fonds bekommen keinen Olympia-Bonus

Bis zur der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Peking sind es nur noch ein paar Tage, doch die lange Zeit mit diesem Datum verknüpfte Hoffnung auf freundlichere Aktienkurse an den chinesischen Börsen hat sich bislang noch nicht erfüllt. Auch für die kommenden Wochen erwarten führende Fondsmanager derzeit wenig Besserung.

HAMBURG. „Die Märkte dürften bis auf Weiteres volatil bleiben“, sagt etwa Laura Luo. Der von ihr betreute Schroder ISF China Opportunities der britischen Gesellschaft Schroders belegt im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 57 China-Fonds Rang sieben (siehe Tabelle).

Als Belastungsfaktoren nennt Luo neben der steigenden Inflation vor allem die Unsicherheit über die chinesische Geldmarktpolitik und die künftige Gewinnentwicklung der Unternehmen. Normalisiert habe sich dagegen die Bewertung. „Die scharfe Korrektur hat das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 20 gedrückt“, berichtet Luo. Das hält die Schroders-Managerin für „akzeptabel“.

Das im Vergleich zur Konkurrenz relativ moderate Minus ihres Fonds von 10,61 Prozent begründet Luo unter anderem mit ihrem großen und konstanten Analysten-Team, das in China pro Jahr mehr als 500 Unternehmensbesuche absolviere, und dem gutem Stockpicking. Speziell in der ersten Hälfte des Vergleichszeitraum hätten ausgewählte Energieaktien wie China Oilfield Services sowie Versicherungstitel wie China Life Insurance wesentlich zum guten Abschneiden beigetragen. Größte Einzelposition mit einem Anteil von acht Prozent ist die Aktie von China Mobile.

Mit Chunghwa Telecom steht auch im auf Rang eins liegenden Amex Greater China Equities von American Express eine Telekomaktie auf der Auswahlliste. Der in Taiwan gelistete Titel macht aktuell 4,3 Prozent des Portfolios aus.

Insgesamt hat Berater Nigel Bliss von Mondrian Investment Partners, mehr als die Hälfte des Fondsvermögens in Taiwan investiert. Das erklärt, warum der Amex Greater China Equities über zwölf Monate als einziger China-Fonds ein positives Ergebnis ausweist, denn in Taipeh fielen die Verluste seit Jahresbeginn moderater aus als auf dem Festland.

Anders als Luo hält Bliss die chinesischen Börsen noch immer für überbewertet. Die Zentralbank zum Beispiel stehe bei der Inflationsbekämpfung weiter vor einer „großen Herausforderung“. Denn die jüngsten Energiepreiserhöhungen der Regierung sind nach Meinung des Experten nur ein erster Schritt. „Auch nach der Anpassung ist Benzin noch immer 40 Prozent billiger als im internationalen Durchschnitt“, stellt Bliss weitere Preisschübe in Aussicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%