Zwölf-Monats-Übersicht
Dachfonds profitieren von fallenden Aktienkursen

Seit exakt einem Jahr haben Anleger die Möglichkeit, mit Indexfonds auch auf fallende Aktienkurse zu setzen. Der von der Deutsche-Bank-Tochter DB-X-Trackers Anfang Juni 2007 aufgelegte Short Dax ETF, dessen Anteilspreis sich umgekehrt proportional zum deutschen Leitindex entwickelt, kommt an: Ende April betrug das Volumen bereits mehr als 330 Mill. Euro.

HAMBURG. Auch Dachfondsmanager greifen mittlerweile gern zu. So begründet Günter Schlösser, Berater des im Zwölf-Monats-Vergleich von 62 überwiegend in Aktien-Zielfonds investierenden Dachfonds auf Rang sechs liegenden Advantage Dynamisch OP von Oppenheim, das gute Abschneiden auch mit dem Einsatz der neuartigen Produkte. „Nach einer Änderung der Anlagebedingungen dürfen wir Short-Fonds seit Jahresanfang nutzen“, sagt Schlösser. Gerade rechtzeitig, um den kräftigen Kurseinbruch Mitte Januar abzufedern. Bezahlt gemacht habe sich auch ein in den vergangenen Monaten optimiertes Handelsmodell, wie der Geschäftsführer der Kölner Vermögensverwaltung Portfolio Concept ausführt: „Von dort kommen die Signale, die mit über die Höhe der jeweiligen Aktienquote bestimmen.“

Behält das Modell recht, stehen den Börsen in den kommenden Wochen weitere Prüfungen bevor. Der Short Dax ETF stellt im Advantage Dynamisch mit einem Anteil von rund acht Prozent nach wie vor die größte Position, auf den vergleichbaren Short DJ Euro Stoxx 50 ETF entfallen weitere sechs Prozent. „Insgesamt beträgt die effektive Aktienquote im Moment nur etwas mehr als 30 Prozent“, sagt Schlösser. Gleichwohl erwartet er, dass sich die Märkte im Laufe des zweiten Halbjahrs stabilisieren und der Aktienanteil dann entsprechend steigt.

Grundsätzlich ist es auch Marc Momberg, Rolf Heußen und Achim Backhaus möglich, ihr Portfolio mit den Short-ETFs von DB-X-Trackers zu bestücken. Bislang haben die Manager des auf dem drittletzten Platz liegenden Apo Forte Inka von Apo Asset Management darauf allerdings zugunsten anderer Absicherungsinstrumente verzichtet. Das Problem dabei: Die Verkaufsoptionen, die den Fonds zunächst recht gut durch die Hypothekenkrise brachten, liefen Ende 2007 aus, so dass Mitte Januar lediglich eine 20-prozentige Barreserve den Sturz abmilderte. „Das war rückblickend betrachtet natürlich zu wenig“, sagt Momberg.

Aktuell beträgt die effektive Aktienquote des Apo Forte Inka rund 80 Prozent, was im historischen Vergleich eher niedrig ist. „Das Umfeld für Aktien bleibt bis auf weiteres volatil“, sagt Momberg und verweist auf die unsichere Gewinnentwicklung vieler Unternehmen. Regional liegt der Schwerpunkt seines Fonds nach wie vor bei europäischen Zielfonds, während die USA und Japan eher untergewichtet sind.

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