Zwölf-Monats-Übersicht
Fondsmanager beurteilen deutsche Aktien skeptisch

Tim Albrecht, Fondsmanager des DWS Deutschland, verteidigte im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 75 auf deutsche Aktien spezialisierten Investmentfonds den Spitzenplatz. Mit einem moderaten Minus von 1,75 Prozent schlug er sich vergleichsweise gut. Die Fonds von DWS und Metzler erwarten allerdings eine Abkühlung bei konjunktursensiblen Titeln.

HAMBURG. Tim Albrecht, Fondsmanager des DWS Deutschland, verteidigte im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 75 auf deutsche Aktien spezialisierten Investmentfonds den Spitzenplatz. Mit einem moderaten Minus von 1,75 Prozent schlug er sich vergleichsweise gut. Der Durchschnitt der Kategorie verlor dagegen 10,48 Prozent (siehe Tabelle).

Den Grundstein für seinen Erfolg legte Albrecht im Januar. Damals tauschte er kurz vor dem Kursrutsch, der den Dax innerhalb weniger Tage von 7 700 auf unter 6 500 Punkte fallen ließ, einen größeren Posten bis dahin noch stabiler Standardtitel durch bereits zuvor abgetauchte Nebenwerte aus. Das milderte den Absturz erheblich, zumal einige der damals gekauften Titel wie Demag Cranes oder Wacker Construction in der zweiten Januarhälfte gegen den Trend deutlich zulegten.

Aktuell machen Nebenwerte im Portfolio des DWS Deutschland knapp 30 Prozent aus, 20 Prozentpunkte weniger als Ende Januar. "Bei einigen Papieren haben wir Gewinne mitgenommen und Standardwerte wie Linde oder Siemens nachgekauft", sagt Albrecht. Obwohl er nach wie vor voll investiert ist, beurteilt er die weiteren Aussichten für den deutschen Aktienmarkt eher verhalten. "Der europäischen Wirtschaft steht eine Abkühlung bevor", verweist der DWS-Manager auf den klassischen Konjunkturzyklus. Erste Anzeichen dafür seien bereits in den aktuellen Quartalszahlen vieler Firmen erkennbar. "Die richtige Einzeltitelauswahl bleibt deshalb in den kommenden Monaten entscheidend", folgert er.

Mit dieser Meinung steht Albrecht nicht allein. Stefan Dudacy, Manager des aktuell auf Rang neun liegenden Metzler Aktien Deutschland, hat auf die drohende Abschwächung bereits reagiert und den Anteil nichtzyklischer Unternehmen in den vergangenen Monaten aufgestockt. "Dazu gehören zum Beispiel Gerry Weber, Stada, Biotest, Beiersdorf und Fielmann", sagt Dudacy. Um mögliche Verluste abzufedern, hat er zudem die Barreserve auf knapp sechs Prozent erhöht.

Generell schätzt der Metzler-Manager Firmen, die über ein krisenfestes Geschäftsmodell verfügen. "Brillen zum Beispiel brauchen die Leute immer, und an der Marktmacht von Fielmann kommt kaum ein Wettbewerber vorbei", bekräftigt er seine Vorliebe für das Familienunternehmen. Unter den zehn größten Positionen findet sich die Optiker-Aktie aber nicht. Dort tummeln sich vor allem Dax-Schwergewichte wie Eon, Siemens, Allianz und Daimler. "Wir orientieren uns in der Zusammensetzung am MSCI Deutschland und kommen deshalb an diesen Titeln nicht vorbei", kommentiert Dudacy.

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