Zwölf-Monats-Übersicht
Fondsmanager sehen gute Chancen in der Ukraine

Die Staaten Osteuropas zählen zu den Wachstums-Stars der Weltwirtschaft. Besonders die Ukraine stellt für Ralph Luther einen solchen Turbo-Markt dar. „Vor allem bei Unternehmen mit kleinem und mittelgroßem Börsenwert spielt künftig die Musik“, erklärt der Manager der Hamburger Berenberg Bank.

HAMBURG. Viele Firmen stellen derzeit auf westliche Bilanzvorschriften um, durch die sie sich international Kapital beschaffen können. „Das beflügelt die Zukunftsphantasien der Investoren“, so der für den Berenberg-Emerging-Ukraine-Universal-Fonds verantwortliche Luther. Im Frühjahr 2007 wurde der Fonds aufgelegt und schaffte es gleich in seinem ersten Zwölf-Monats-Vergleich auf Platz drei der Rangliste aller Osteuropa-Aktienfonds am deutschen Markt (siehe Tabelle).

Luther sieht keine Probleme darin, dass sich die Ukraine mit ihren 46 Millionen Einwohnern so stark auf die Wirtschaft festlegt. Dort könne man eine ganze Menge an Aktien kaufen, sagt er. Einige rein privatwirtschaftliche Aktiengesellschaften sind sogar in London oder Frankfurt gelistet. „Das Anlageuniversum unseres Fonds besteht allerdings aus nur 100 Titeln“, gibt Luther zu bedenken. Bei vielen weniger liquiden Titeln finde ein großer Teil des Handels zwischen den Banken statt.

Der rund 60 Mill. Euro schweren Fonds kann sich aber dennoch gut im Markt bewegen. Denn für das Volumen eines Ukraine-Aktienfonds gibt es nach Meinung Luthers keine feste Obergrenze. „Entscheidend ist, wie schnell neues Geld in den Fonds läuft“, sagt er. „Vernünftig erscheinen mir zwei bis drei Mill. Euro pro Monat.“

Mittelzuflüsse legt er aktuell vor allem in Energietiteln und Versorgern an, die mehr als ein Drittel seines Fonds ausmachen. „Auch die ukrainischen Banken sind vergleichsweise attraktiv“, erklärt Luther. Sie seien von der US-Hypothekenkrise nicht betroffen und müssten daher auch nichts abschreiben. Neuemissionen kleinerer Gesellschaften, wie die des Pharmahändlers Nord Star, hält der Berenberg-Manager ebenfalls für interessant.

Für den mehr als 26-mal so großen Eastern Europe Equity Fonds von JP Morgansind solche Investments kaum möglich. Daher hat die amerikanische Bank nur ein Prozent des Fonds-Portfolios im Land investiert. „Aktien aus der Ukraine erscheinen uns als Beimischung attraktiv“, erklärt Fondsmanager Oleg Biryulyov. Zwei Drittel des Portfolios setzt der Fonds als Schwerpunkt auf Russland. Der Wertentwicklung kam dabei zugute, dass er die für das Land typischen Energietitel in den vergangenen zwölf Monaten deutlich untergewichtete. Der Türkei ein Übergewicht einzuräumen wirkte sich allerdings negativ aus.

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