Zwölf-Monats-Übersicht
Fondsmanager setzen auf Erholung des US-Dollars

Der Stoßseufzer kommt von Herzen. „Endlich Bewegung!“, kommentiert die Oberurseler Investmentboutique Starcapital die Entwicklung an den Rentenmärkten. „Lange Zeit haben sinkende Kurse bei Unternehmensanleihen, Kursrückgänge bei den Fremdwährungen und steigende Zinsen für Stillstand gesorgt“, sagt Starcapital-Gründer Peter E. Huber. Seit etwa Mitte Juni jedoch gebe es auf allen drei Ebenen kräftig Rückenwind.

HAMBURG. Derart angetrieben legte der von Huber betreute Starcapital Bondvalue UI im Juli um 2,53 Prozent zu – mehr als doppelt so viel wie in den elf Monaten zuvor. Der Schwesterfonds Starcap Argos schaffte immerhin 1,95 Prozent. Über zwölf Monate führt das Huber-Duo den Vergleich von 189 global ausgerichteten Rentenfonds an (Tabelle). „Die Anlagepolitik ist sehr ähnlich, der Starcap Argos investiert allerdings konservativer und soll möglichst in jedem Jahr einen positiven Ertrag erzielen“, grenzt Huber die Fonds voneinander ab. So beträgt der Fremdwährungsanteil des Spitzenreiters 37 Prozent, beim Starcapital Bondvalue UI, der auch Anleihen niedrigerer Bonität hält, sind es 44 Prozent.

Huber sieht in der jüngsten Entwicklung nicht nur ein Zwischenhoch, sondern den Beginn einer Trendwende. Dem Dollar etwa traut er auf kurze bis mittlere Sicht weiteres Aufwärtspotenzial zu, von dem er indirekt profitieren will. „Viele Währungen korrelieren eng mit dem Greenback, zum Beispiel der mexikanische Peso“, sagt er und nennt als Vorteil die deutlich höheren Renditen mexikanischer Zinstitel. Auch Unternehmenspapiere hält der Manager mittlerweile wieder für kaufenswert: „Eine Fiat-Anleihe mit acht Prozent Rendite ist unter Chance-Risiko-Aspekten interessanter als eine Staatsanleihe mit vier Prozent“. Über kurz oder lang erwartet er eine Annäherung der Renditeabstände. Im Starcap Argos stieg der Anteil an Firmenbonds seit Jahresbeginn von 13 auf 26 Prozent, im Bondvalue UI von 15 auf 21 Prozent.

Noch keine Trendwende zu erkennen ist bei Rentenfonds, die wie der Parvest Credit Strategies einen Teil ihres Portfolios in Asset Backed Securities (ABS) und andere strukturierte Kreditprodukte investiert haben. Der Anteilspreis des von BNP Paribas aufgelegten Fonds verlor im Juli weitere 1,24 Prozent an Wert, auf Zwölf-Monats-Sicht summiert sich das Minus auf 13,43 Prozent. „Wir halten ausschließlich europäische ABS im Bestand“, betont Stephane Blanchoz, Leiter des BNP-Produktmanagements in Paris, räumt aber ein, dass auch diese Papiere aus Liquiditätsgründen massiv unter Druck gerieten. Eine Prognose, wann es mit den Notierungen wieder Aufwärts geht, wagt er zum aktuellen Zeitpunkt nicht.

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