Zwölf-Monats-Übersicht
Globale Rentenfonds bieten wenig Grund zur Freude

Sie feiern beide bald ihren vierzigsten Geburtstag, haben seit ihrer Auflegung im Dezember 1968 beziehungsweise Juli 1969 fast 1 000 Prozent zugelegt und gehören zu den volumenstärksten internationalen Rentenfonds auf dem deutschen Markt: der Union-Fonds Unirenta und der DWS Inter-Renta von der Investmenttochter der Deutschen Bank. Doch die Mischung aus Dollar, Yen und Euro bringt kaum Renditen.

HAMBURG.Die aktuelle Performance bietet keinen Grund zum Feiern: Während der Durchschnitt der 189 Vergleichsfonds in den vergangenen zwölf Monaten 2,2 Prozent verlor, rutschte der Unirenta mit 2,67 Prozent ins Minus, der Inter-Renta mit 5,73 Prozent (Tabelle).

Beide Fonds leiden unter dem starken Euro. „In den vergangenen Monaten waren der US-Dollar und der japanische Yen im Vergleich zum Euro schwach“, sagt Union-Manager Stephan Hirschbrich. Zusammen bestreiten Anleihen, die auf diese zwei Währungen lauten, beim Union-Fonds 48 Prozent, beim DWS-Fonds 33 Prozent. Euro-Anleihen folgen an dritter Stelle mit 27 Prozent beim Union-Fonds und 39 Prozent bei der DWS. „Uns hat zudem unser starkes Engagement in Unternehmensanleihen Performance gekostet“, sagt DWS-Manager Markus Kohlenbach. Trotz guter bis sehr guter Qualität seien die Papiere vom Markt abgestraft worden.

Die Fondsmanager halten aber an ihrer Positionierung fest. „Die Fremdwährungen kommen wieder. Der Dollar hat seit seinem Tiefstand bereits rund acht Prozent zugelegt, der japanische Yen sieben Prozent“, so Hirschbrich. Auch Unternehmensanleihen könnten laut Kohlenbach die Durststrecke bald hinter sich haben.

Dass die Fonds nach all den Jahren im Vergleich zu jüngeren Produkten unflexibel oder unzeitgemäß seien, wehren die Manager ab. „Es gibt bei uns keinerlei Beschränkungen hinsichtlich Währungen und Anlageregion“, sagt Hirschbrich. Kohlenbach betont, dass über die Hälfte seines Portfolios nicht im Vergleichsindex sei.

„Dennoch ist es ein konservativer Fonds“, sagt Kohlenbach. Er darf Papiere aus Schwellenländern nur zu fünf Prozent pro Land beimischen, da der Fondscharakter sonst verändert würde.

Jan Richter empfiehlt dennoch keinen der beiden Fonds. „Die Manager orientieren sich an Indizes für internationale Staatsanleihen, die für Privatinvestoren wenig relevant sind“, sagt der Analyst von Fondsconsult. Mit dem Fokus auf Euro, Yen und US-Dollar hätten Anleger in den vergangenen Jahren quasi nichts verdient. Richter: „Über die künftige Performance entscheidet vor allem die US-Dollar-Entwicklung.“ Langfristige Prognosen seien kaum möglich. Defensiv orientierten Anlegern rät Richter daher eher zu klassischen Euro-Rentenfonds.

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