Zwölf-Monats-Übersicht
Gute Verwalter federn den Kursabschwung ab

Um die Depots ihrer Kunden abgeltungsteuerfest zu machen, legen derzeit zahlreiche Vermögensverwalter eigene Investmentfonds auf. Die Osnabrücker Gesellschaft Collegium platzierte bereits im Sommer vergangenen Jahres gemeinsam mit Universal Investment den auf europäische Aktien ausgerichteten Collegium Portfolio II. Bei Europa-Aktienfonds liegen Angebote mit niedrigem Investitionsgrad vorn.

HAMBURG. Den ersten Härtetest hat der mittlerweile knapp 20 Mill. Euro schwere Fonds bestanden: Mit einem vergleichsweise moderaten Minus von 7,42 Prozent schnitt er um mehr als zwölf Prozentpunkte besser ab als der marktbreite MSCI-Europa-Index und belegt unter 383 Vergleichsfonds Rang drei.

"Ein Minus von 25 oder 30 Prozent wollen wir unseren Kunden nicht zumuten", sagt Collegium-Vorstand Andreas Stahmeyer. Er orientiert sich mit seinem Team deshalb weniger am Vergleichsindex als vielmehr am Kapitalerhalt. In Abschwungphasen sichert Stahmeyer einen Teil der Aktienbestände durch Verkaufsoptionen ab. "Das war zu Jahresbeginn recht billig, da viele Marktteilnehmer von weiter steigenden Kursen ausgingen", sagt er.

Mittlerweile hat Stahmeyer einen Teil der Sicherungen trotz der jüngsten Zuspitzung der Kreditkrise wieder geöffnet: "Wir glauben, dass das Schlimmste überstanden ist." Bei ausgewählten Finanzwerten wie Deutsche Bank oder UBS sieht er wieder mehr Chancen als Risiken. Gleichwohl dominieren im Collegium Portfolio II defensive Titel wie Fresenius, Nestlé, Bayer oder RWE und diverse Discountzertifikate auf Substanzwerte außerhalb des Bankensektors. In der Ländergewichtung stellen deutsche Aktien mit 50 Prozent den mit Abstand größten Anteil.

Eine ähnliche Anlagepolitik wie Stahmeyer verfolgt auch Rainer Lemm mit dem Kapitalfonds LK Aktien Europa der Vermögensverwaltung Grossbötzl, Schmitz & Partner in Düsseldorf. "Wir lassen den Computer nach den interessantesten Substanzwerten suchen und variieren je nach Marktlage den Investitionsgrad", beschreibt Lemm das Erfolgsrezept des aktuellen Zwölf-Monats-Spitzenreiters. Dabei nutzt der von Luxemburg aus agierende Fondsmanager sowohl auf Absicherungsinstrumente als auch das Mittel der Barreserve. Anders als Stahmeyer sieht Lemm die Kurse an den Aktienbörsen auch in den kommenden Monaten eher abwärts gerichtet. "Die aktuelle Krise kann durchaus noch ein Jahr dauern", sagt er und schließt einen Fall des Dax unter die Marke von 5 500 Punkten nicht aus. Trotz der "aus Sicht eines Value-Investors teilweise verlockenden Bewertungen" hält er deshalb bis auf Weiteres 40 Prozent des Portfolios als Barreserve, weitere 30 Prozent sind durch Futures geschützt.

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