Zwölf-Monats-Übersicht
Japan-Fondsmanager gehen hohe Einzelwetten ein

Die schlechte Stimmung auf Japans Markt für Aktien aus der zweiten Reihe hielt auch im April an: Während es in vielen anderen Regionen mit den Kursen teils rasant bergauf ging, legten die 31 Fonds dieser Kategorie im Schnitt nur um 2,63 Prozent zu. Henderson und Melchior legen im April weit überdurchschnittlich zu.

HAMBURG. Ein zweistelliges Plus von 12,21 Prozent schaffte im April sogar der Melchior Japan Opportunities. Der Fonds gehörte vor rund zwei Jahren zu den erfolgreichsten Produkten mit Fokus auf japanischen Nebenwerte. Doch auf Sicht von zwölf Monaten steht er extrem schlecht da und rutschte mit rund 40 Prozent ins Minus.

„Wir bevorzugen grundsätzlich mittelgroße Wachstumsunternehmen, die 2007 enorm abgestraft wurden, auch der frühe Einstieg in Immobilientitel hat sich zunächst als belastend erwiesen“, rechtfertigt Fondsberater Ken Nishizawa von Dalton Strategic Partnership das magere Ergebnis. Mittlerweile habe sich das Engagement in Immobilienaktien jedoch ausgezahlt und entscheidend zum guten Ergebnis im April beigetragen. Deshalb hat Nishizawa den Anteil des im März noch mit fast 30 Prozent gewichteten Sektors zugunsten von Finanzwerten abgebaut. Insgesamt fährt der Melchior-Berater mit einem Portfolio von nur 30 bis 35 Aktien einen sehr konzentrierten Ansatz. Etwa die Hälfte des Portfolios steckt in Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als zwei Mrd. Dollar.

Ähnlich konzentriert wettet auch Yun Young Lee auf das japanische Nebenwertesegment. Er ist mit dem Henderson Japan Smaller Companies in 28 Titeln investiert, die gemessen an der Marktkapitalisierung zum unteren Viertel des japanischen Aktienmarktes gehören. Anders als Nishizawa war der Henderson-Manager mit seiner Titelauswahl in den vergangenen zwölf Monaten erfolgreicher und belegt mit einem Minus von 25,11 Prozent Rang neun der Vergleichsgruppe. Im April verbuchte er mit einem Plus von 8,07 Prozent ebenfalls ein überdurchschnittliches Ergebnis.

„Eine der erfolgreichsten Aktien im Portfolio war der Schienenfahrzeughersteller Kinki Sharyo, der unter anderem dank eines Großauftrags aus Dubai einen Gewinnzuwachs um 122 Prozent erwartet“, kommentiert Lee. Auf Sektorebene bevorzugt er Konsumtitel: „Die Aktien bieten zwar keine herausragenden Perspektiven, sind aber günstig bewertet.“

Aus Sicht von Gerd Bennewirtz brauchen Anleger für beide Fonds Mut und Disziplin. „Besonders der Melchior-Fonds ist stark antizyklisch aufgestellt und hält einen Großteil des Portfolios im Finanzsektor“, sagt der Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts SJB Fonds Skyline. Er sieht gute Chancen, dass die Fonds von der hohen Exportdynamik Japans profitieren werden und rät zum Einstieg.

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