Zwölf-Monats-Übersicht
Märkte im Osten bremsen Europa-Rentenfonds

Rentenfonds mit Schwerpunkt auf europäischen Währungen waren in den vergangenen zwölf Monaten ein Minusgeschäft. Im Schnitt verloren sie 0,18 Prozent an Wert, wie die aktuelle Auswertung von 70 Angeboten dieser Kategorie durch Feri Rating & Research zeigt.

HAMBURG. Immerhin: Von den zehn größten Angeboten (siehe Tabelle) lagen sieben im Plus, wenn auch hauchdünn wie der Deka Europa Bond TF mit einem Zuwachs von nur 0,03 Prozent.

"Das Marktumfeld war insbesondere in Osteuropa schwierig, wo es beispielsweise in Ungarn zu massiven Renditeanstiegen von rund 200 Basispunkten kam", sagt Fondsmanager Thomas Kirchmair und verweist auch auf die Abwertung des britischen Pfunds. Sowohl Osteuropa als auch Großbritannien spielen neben dem mit rund 40 Prozent gewichteten Euro eine zentrale Rolle im Portfolio des rund 2,2 Mrd. Euro schweren Fonds. "Wir gewichten Großbritannien derzeit mit rund 15 Prozent, Osteuropa mit rund 20 Prozent, hinzu kommt Skandinavien mit 23 Prozent", sagt Kirchmair, der auch fünf Prozent des Portfolios in Lokalwährungsanleihen auf türkischer Lira und zwei Prozent in Schweizer-Franken-Papieren hält.

Aus dem Anlageuniversum der Rentenpapiere nutzt der Deka-Manager aktuell vorwiegend Staatsanleihen und sogenannte Supranationals von staatsnahen Institutionen. Bei Unternehmensanleihen zeigt sich der Österreicher bei zyklischen Branchen zurückhaltend. "Bei attraktiven Neuemissionen aus dem Finanzsektor haben wir dagegen zugekauft", so Kirchmair.

Tanguy Le Saout mischt dagegen bereits seit Februar wieder im Firmenbond-Segment mit, das er mittlerweile mit zehn Prozent gewichtet. Von Lokalwährungsanleihen hält der Manager des Volumen-Spitzenreiters Pioneer Funds - Euro Bond sich momentan komplett fern: "Insbesondere in Osteuropa macht die Finanzmarktlage Investments unattraktiv", so Le Saout, der Fremdwährungen mit bis zu 30 Prozent gewichten kann.

Das vergleichsweise gute Ergebnis von 2,46 Prozent führt Le Saout auf das Laufzeitenmanagement zurück: "Wir haben Ende vergangenen Jahres über Optionsgeschäfte auf eine Versteilerung der Zinskurve gesetzt, was sich vor allem im Februar ausgezahlt hat", kommentiert er. So seien die Renditeaufschläge für Zehnjahres-Bundesanleihen gegenüber Papieren mit zwei Jahren Laufzeit in diesem Zeitraum um 100 Basispunkte gefallen.

Aktuell wettet Le Saout auf steigende Spreads bei britischen Anleihen gegenüber deutschen Bundesschatzbriefen, da er für Großbritannien im Vergleich zur Eurozone mit einem stärkeren Wirtschaftsabschwung rechnet. Auch Kirchmair erwartet eine Eintrübung der britischen Wirtschaft und hat sich mit Optionen auf fallende Zinsen eingedeckt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%