Zwölf-Monats-Übersicht
Marktverwerfungen belasten Osteuropa-Fonds

Die Börsen aufstrebender Volkswirtschaften werden von Schocks an den Finanzmärkten besonders hart getroffen. Das zeigte sich bereits vor der Zuspitzung der Kreditkrise im Oktober. "Der September war ein grausamer Monat für die Region", kommentiert Martin Taylor, Manager des Nevsky Eastern European, den Monatsverlust von fast 19 Prozent im Vergleichsindex MSCI Eastern Europe.

HAMBURG.Zu den Ängsten vor einem Wirtschaftsabschwung sei der georgisch-russische Konflikt gekommen, der die Anlageregion destabilisiert habe. Mit einem Minus von 32,81 Prozent belegt der Fonds der Investmentboutique Nevsky Capital, einer auf Schwellenländer-Anlagen spezialisierten Tochter des Londoner Vermögensverwalters Thames River, im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 61 Osteuropa-Fonds Rang sieben. Das relativ gute Abschneiden geht vor allem auf Taylors hohe Gewichtung des russischen Aktienmarktes zurück.

"An den russischen Börsen bieten sich einige sehr attraktiv bewertete Aktien", erklärt Taylor. Daher habe er seine Positionen weiter ausgebaut. Derartige Länderwetten sind für den Nevsky-Manager ein wichtiger Teil seiner Anlagestrategie. Genauso wichtig ist die Einzeltitelwahl, bei der Taylor auf hohe Wachstumsprognosen, ausreichende Liquidität und steigende Dividenden achtet.

Sowohl die volks- als auch die betriebswirtschaftlichen Daten sprechen laut Taylor aktuell für den russischen Riesen Gazprom, mit einem Anteil von zehn Prozent sein wichtigster Titel. In den größten zehn der rund 40 Positionen des sehr konzentrierten Portfolios ist etwas mehr als die Hälfte des Fonds investiert. Trotz seines Schwerpunktes auf Osteuropas Schwergewichte war der von Feri Euro Rating Services mit der Bestnote A geratete Nevsky Eastern European bis zu den Kursstürzen der vorigen Wochen wegen eines zu hohen Volumens für neue Anleger geschlossen. "Der Fonds hat eine weit überdurchschnittliche Performance erzielt, ohne dafür übermäßig hohe Risiken einzugehen", begründet Feri-Analyst Christian Michel.

Ähnliches gelte zwar auch für den erstplazierten Go East-Invest der Fondstochter der Landesbank Berlin, LBB Invest. "Doch hier ist der qualifizierte Track-Record von fünf Jahren noch nicht erreicht", so Michel. Denn im April 2004 gab es einen Strategiewechsel des einstigen Tschechien-Fonds hin zu einem breiteren Anlageuniversum, das auch die Türkei umfasst. Dort sieht LBB-Manager Lutz Röhmeyer besonders gute Anlagechancen. So habe sich die politische Lage stabilisiert, wovon auch der Wechselkurs der türkischen Lira profitiere. "Dementsprechend stabil verhalten sich türkische Aktien", erklärt der LBB-Fondsmanager.

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