Zwölf-Monats-Übersicht
Nanotech-Fonds fährt hohe Verluste ein

Das Urteil von Eric Wiese fällt vernichtend aus. "Anleger sollten den Fonds unbedingt meiden", sagt der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Hamburger Vermögen mit Blick auf die Performance des DAC Nanotech-Fonds. Die Technologie-Branche gilt als Boombereich. Doch das schwierige Marktumfeld bremst.

HAMBURG. Das Urteil von Eric Wiese fällt vernichtend aus. "Anleger sollten den Fonds unbedingt meiden", sagt der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Hamburger Vermögen mit Blick auf die Performance des DAC Nanotech-Fonds. Das Schlusslicht der Kategorie "Aktien Technologie" verlor in zwölf Monaten über 36 Prozent an Wert und liegt auch auf Drei-Jahres-Sicht klar im Minus.

Die Talfahrt überrascht, wurde doch der Nanotechnologie von Experten immer wieder das Potenzial zur Boom-Branche bescheinigt. Bisher lässt diese Entwicklung aber auf sich warten. "Kurzfristig wird sich das auch nicht ändern", ist Wiese überzeugt.

Das bekommt der DAC Nanotech-Fonds zu spüren. Er investiert nur in Unternehmen, die von der neuen Technologie profitieren. "Die Aktienkurse vieler dieser Unternehmen sind anfangs enorm in die Höhe geschossen, da in ihnen eine Menge Fantasie steckte", sagt Holger Steinhaus von der Gesellschaft für Börsenkommunikation, die den Fonds berät. Die fundamentale Basis aber, also gute Geschäftsergebnisse, konnte die Branche noch nicht liefern. "Daher sind auch die Kurse zum Teil wieder deutlich gefallen", so Steinhaus. Er bleibt dennoch optimistisch: "Die Nanotechnologie steht vor einer rosigen Zukunft." Doch der Aufschwung müsste schnell kommen, da die Ausgangslage mit einem Fondsvolumen von nur noch fünf Mill. Euro kritisch ist. "Bei anhaltender Performance-Schwäche ist mit weiteren Abflüssen zu rechnen", so Wiese. Dann dürfte ein Überleben des Fonds schwierig werden.

Ganz anders sieht es beim Vitruvius Growth Opportunities aus. "Der Fonds hat trotz des sehr schwierigen Marktumfeldes ein beachtliches Zwölf-Monats-Ergebnis erzielt", sagt Wiese. Zugute kommt ihm, dass er nicht auf einen einzigen Bereich der Branche festgelegt ist.

Antonio Lorenzotti von der Gesellschaft Belgrave Capital Management, die für die Anlagestrategie verantwortlich ist, führt den Erfolg auf eine aktive Umschichtung innerhalb der vier Sektoren Halbleiter, Software, Telekommunikation und Internet zurück. Dazu beigetragen habe auch die hohe Cash-Quote, die zeitweise bis zu 30 Prozent betrug. "Sie hat es uns ermöglicht, opportunistisch die Titel zu kaufen, die uns gefielen", sagt Lorenzotti. Dazu gehörten etwa die Aktien der Internetfirma Yahoo, die in den vergangenen Monaten gleich mehrfach auf dem Kauf- und Verkaufszettel standen.

Bis auf weiteres wollen die Belgrave-Manager an der beschriebenen Strategie festhalten. Zwar sei das Marktumfeld angesichts schwacher Börsen nach wie vor schwierig. Dies habe aber auch seine Vorteile: "Solide Technologiefirmen sind jetzt zum Teil sehr günstig", so Lorenzotti.

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